Burschen mit einem Springmesser verfolgt. Mit Gewalt reagierte psychisch Kranker auf Ablehnung: Er steht unter Beobachtung und muss sich behandeln lassen.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 01. März 2020 (06:03)
Symbolbild
By AngleStudio, Shutterstock.com

Im Umgang mit anderen tue sich der 19-jährige Handwerker aus dem Bezirk Gänserndorf aufgrund einer psychischen Erkrankung schwer. Cannabiskonsum soll die psychischen Störungen noch verstärken. Zum Tatzeitpunkt, am 8. Juni vergangenen Jahres am Bahnhof in Deutsch-Wagram, sei der 19-Jährige wieder auf Ablehnung gestoßen.

Verärgert habe er erst mit Verbalattacken reagiert. Dann habe er die zwei Burschen bedroht und die Flüchtenden schließlich mit einem gezückten Springmesser mit ausgefahrener Klinge verfolgt. Der Weinviertler sei zwar beeinträchtigt, aber noch zurechnungsfähig gewesen, befindet der psychiatrische Gutachter Werner Brosch.

Psychiater warnt vor weiteren Gewalttaten

Er hält eine Behandlung des jungen Mannes für unbedingt notwendig. Ohne eine kontinuierliche Behandlung bestünde eine hohe Gefahr von weiteren Gewaltausbrüchen. Der Weinviertler sieht vor Gericht sein Fehlverhalten ein. Er zeigt auch Krankheitseinsicht und ist bereit, allen Weisungen nachzukommen.

Der Schöffensenat schließt sich der Meinung des Sachverständigen an. Er verhängt wegen gefährlicher Drohung und versuchter Körperverletzung sechs Monate auf Bewährung und spricht eine bedingte Anstaltseinweisung aus.

Während der fünfjährigen Probezeit muss sich der 19-Jährige einer ambulanten Psychotherapie unterziehen. Weiters muss er ein striktes Alkohol- und Drogenverbot einhalten. Das Urteil ist rechtskräftig.