Der Bezirk wächst, aber nicht überall. Rasantes Wachstum und hohe Preise stehen schrumpfenden Orten gegenüber.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 27. März 2019 (04:34)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
_mar13nina_Doschek_am_Schreibtisch1 Christoph Windisch und Helmut Doschek
Christoph Windisch und Helmut Doschek
Gemeinde; Szeker

Durchschnittlich 115 Euro pro Quadratmeter muss man aktuell berappen, will man einen Baugrund im Bezirk erwerben. Etwa 106 Euro waren es noch 2017 – innerhalb eines Jahres stiegen die Preise somit um fast 9 %.

Dabei hängt es aber in dem 44 Gemeinden zählenden Bezirk sehr stark davon ab, wo man sich niederlässt. Ausschlaggebend für den Preis ist die Wien-Nähe. In Gemeinden wie Deutsch-Wagram, Gänserndorf, Groß-Enzersdorf oder Strasshof sind Quadratmeter-Preise über 200 Euro gang und gäbe.

Je ländlicher der Ort, desto billiger das Land

Je weiter man sich von der Hauptstadt wegbewegt, desto günstiger werden die Grundstücke in der Regel. In Mannsdorf bekommt man einen Quadratmeter Bauland laut Statistik Austria um etwa 50 Euro. In der Stadt Zistersdorf kostet dieser 40 Euro. Erst im Vorjahr hob man den Preis dort um 5 Euro an (die NÖN berichtete).

Obwohl sich die Stadt einwohnermäßig erst heuer wieder „erholt“ hat, nimmt sie unter VP-Bürgermeister Helmut Doschek neue Wohnprojekte in Angriff. Die Bevölkerungszahl ist bis dato stetig gesunken, nun gab es erstmals wieder ein Plus – wenn auch nur von drei Personen – und man hält in der Großgemeinde bei knapp 5.400.

Eine ganz andere Situation herrscht derzeit in Gänserndorf-Süd: Dort wurde im Januar ein Baustopp verhängt (die NÖN berichtete). Es soll verhindert werden, dass auf den leeren Grundstücken frei finanzierte Reihenhäuser entstehen. Das würde die Infrastruktur aktuell nicht hergeben. Zumal Gänserndorf auch so schon rasant wächst: Anfang 2003 wurden knapp 8.100 Einwohner gezählt, mittlerweile sind es gute 11.500, Tendenz steigend. Ein ähnliches Bild zeigt sich z. B. in Strasshof: Die Gemeinde wuchs im selben Zeitraum von rund 7.300 auf knapp 10.400 Personen an.

Rückgang wegen anderer Zählweise

Eine der wenigen Kommunen des Bezirks, die mit einem Rückgang zu kämpfen hat, ist Mannsdorf. Die Marchfeld-Gemeinde zählt keine 350 Einwohner mehr, 2003 waren es noch 430. VP-Bürgermeister Christoph Windisch nannte in einem früheren NÖN-Gespräch den Grund: „Landwirtschaftliche Arbeitskräfte müssen nicht mehr hauptwohnsitzgemeldet sein.“ Kürzlich entstanden neue Wohnungen. „Ab jetzt herrscht wieder Aufschwung“, sagte Windisch damals. Er behält recht: Die Statistik-Austria-Prognose für 2019 lautet 346 Einwohner – um vier mehr als 2018.

In den letzten vier Jahren wurden im Bezirk Gänserndorf 1.740 Wohneinheiten im Rahmen der „blau-gelben Wohnbaustrategie“ des Landes errichtet. Eines der erklärten Ziele ist die Stärkung des ländlichen Raums.

Umfrage beendet

  • Ist euch das Wohnen zu teuer?