Die heikle Arbeit mit dem Tod. Die Konfrontation mit dem Tod ist oft ein Tabu-Thema. Dennoch gibt es eine Branche, die sich damit auseinandersetzt.

Von Lisa Unterreiter und Edith Mauritsch. Erstellt am 30. Oktober 2019 (04:53)
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Johann Iser, am Friedhof in Groß-Schweinbarth, sorgt mit seinem Kollegen für einen reibungslosen Ablauf des letzten Weges der Verstorbenen.
Mauritsch

Berufe, die am ersten Blick makaber erscheinen, stellen sich bei genauerer Betrachtung als vielfältig, interessant und durchaus zufriedenstellend heraus. Die Rede ist von Bestattern und Konduktträgern.

Manuela Manour, Geschäftsführerin des Hans Teufel Steinmetzmeister- und Bestattungsbetriebes, gab im NÖN-Gespräch Einblicke in ihren beruflichen Alltag. Unter anderen organisiert sie die Abholung des Verstorbenen, führt Trauergespräche und sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Zeremonie. „Der Job macht es erforderlich, sozial kompetent zu sein, Einfühlungsvermögen zu haben und auf trauernde Menschen zuzugehen“, berichtet Manour. Wie viele andere Professionen unterliegt auch dieser Beruf einem Wandel. Manour hebt dabei die steigende Individualität hervor: „Das Leben wird auch immer individueller. Beim Tod ist das nicht anders.“

Diese Meinung teilt sie auch mit Gerfried Redlich, Geschäftsführer des Unternehmens Redlich Bestattung. „Es liegt im Trend, die Persönlichkeit des Verstorbenen einzubringen.“ Die Argumente klingen plausibel. Offen ist noch, warum man an einem Beruf festhält, der augenscheinlich viel Schmerz und Trauer mit sich bringt.

"Man wächst in die Aufgabe hinein"

„Ich verbinde mit meiner Tätigkeit viele positive Erlebnisse. Wir helfen Menschen in Ausnahmesituationen und stellen dabei eine wichtige Stütze dar. Somit haben sie Zeit zu trauern“, meint Manour. Redlich ist überzeugt, dass der Beruf als Bestatter durchaus erfüllend ist: „Solche Menschen haben eine sehr gesunde Lebenseinstellung, weil sie gut wissen, dass das Leben endlich ist.“

Auch der Konduktträger Johann Iser berichtet über seine Tätigkeit. „Man wächst in die Aufgabe hinein“, so Iser, der die umfassende Tätigkeit mit Hingabe ausübt und sogar seinen eigenen Bruder zum Grab begleiten: „Es war nicht leicht, aber ich wollte das unbedingt“, so Iser. Auch über sein schlimmstes Erlebnis berichtet der Konduktträger: „Einmal mussten wir uns zum Verstorbenen durch kniehohen Müll in der Wohnung durchkämpfen und da war noch dieser Unfall mit dem Zug“, sieht man Iser noch heute die Bestürzung an.

Und doch übt er seine Tätigkeit bis heute aus, fühlt sich den Toten und den Hinterbliebenen zu gleichen Teilen verpflichtet.

Ein trauriger Job? Wohl kaum. Denn es sind Leute wie Manour, Redlich und Iser die Menschen durch eine schwierige Phase begleiten und dafür sorgen, dass das Leben der Verstorbenen gefeiert und um deren Ableben getrauert werden kann.

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