Die Schüler sind für WhatsApp. Der empfohlene Verzicht auf Facebook und Co stellt für Lehrer und Jugendliche keine Herausforderung dar.

Von Manuel Mattes und Nina Wieneritsch. Erstellt am 28. November 2018 (04:12)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Symbolbild
BigTunaOnline_shutterstock

Der vor Kurzem herausgegebene Informationserlass des Landesschulrats, der Bildungseinrichtungen und Schülern bei der schulischen Kommunikation den Verzicht auf Plattformen wie Facebook und WhatsApp nahelegt, sorgt selbstverständlich auch im Bezirk für reichlich Diskussionsstoff.

Die NÖN sprach mit Schülervertretern und Direktoren aus dem Bezirk und fragte nach, welche konkreten Auswirkungen der Erlass auf den schulischen Alltag haben wird bzw. wie sie selbst zu der Empfehlung stehen:

Manuel Baum, Schulsprecher des Gänserndorfer Konrad Lorenz Gymnasiums, erklärt: „Die Kommunikation über Social-Media-Kanäle hat zweifellos sehr viele Vorteile, die meine Mitschüler und ich ungern aufgeben würden. Ich würde es aber gutheißen, wenn man alle Beteiligten (Jugendliche, Lehrer etc.) auf die Gefahren, die es natürlich auch gibt, aufmerksam machen würde. Trotz allem überwiegen meiner Meinung nach die Vorteile deutlich. Die Kommunikation findet hier einfach schnell und äußerst unkompliziert statt.“

HAK-Direktor Gerhard Antl: „Social Media nur zur Information über Schulevents.“
Mattes

In eine ganz ähnliche Kerbe schlägt auch Madlen Peyerl, Schulsprecherin der Handelsakademie Gänserndorf: „Grundsätzlich hat der Datenschutz für uns natürlich einen hohen Stellenwert. WhatsApp-Gruppen sind praktisch, allerdings wird darauf Wert gelegt, dass darin keine persönlichen Daten verbreitet werden. Facebook wird bei uns als Kommunikationsmittel überhaupt nicht verwendet.“

Wie stehen eigentlich die Schulleiter zur Empfehlung des Landesschulrats? Gänserndorfs HAK-Direktor Gerhard Antl: „Rein schulische Angelegenheiten werden nicht auf dieser Ebene abgehandelt. Deshalb gibt es auch keine schülerspezifischen Informationen.“ Nützen würde man Social-Media-Netzwerke, um über Aktionen zu informieren, weil damit viele Menschen erreicht werden könnten.

„Bei uns gibt es ein Handyverbot“

Karl Kukutsch, Leiter der Neuen Mittelschule Gänserndorf, muss sich über die Verwendung von WhatsApp und Co keine Gedanken machen – schließlich ist die Nutzung dieser Plattformen erst ab 16 Jahren erlaubt und da haben Jugendliche die Schule in aller Regel bereits verlassen. „Sollten die Jugendlichen diese Apps dennoch benutzen, sind die Eltern dafür verantwortlich“, so Kukutsch. In der Schule sei dies keineswegs Thema, weil dort bereits seit längerer Zeit Handyverbot bestehe.

Umfrage beendet

  • Ist ein Social-Media-Verbot an Schulen sinnvoll?