Die VP jubelt, die SP trauert. Die Bezirkshauptstadt ist jetzt absolut türkis. In Untersiebenbrunn ist rote „Absolute“ weg.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 26. Januar 2020 (21:26)
ÖVP-Bezirksparteichef René Lobner (2.v.l.) freut sich mit seinem Team über das Wahlergebnis.
Mauritsch

Die Gemeinderatswahlen im Bezirk brachten zum Teil gravierende Veränderungen: So konnte die ÖVP in der Bezirkshauptstadt Gänserndorf die absolute Mehrheit erringen. Dafür verlor sie in Lassee ihre „Absolute“, genauso wie die SPÖ ihrerseits in Untersiebenbrunn.

Was sagen die Bezirksparteichefs zum Wahlausgang? ÖVP-Landtagsabgeordneter Bürgermeister René Lobner – er errang in seiner Heimatgemeinde die absolute Mehrheit – spricht von vielen erfreulichen Ergebnissen: „In Matzen-Raggendorf und Schönkirchen-Reyersdorf sind wir wieder stimmenstärkste Partei. Auch in Deutsch-Wagram, Strasshof und Ebenthal zum Beispiel haben wir gut abgeschnitten.“ Dass in Lassee die „Absolute“ der Türkisen weg ist, nimmt Lobner gelassen: „Das war abzusehen – wegen der neuen Liste dort. Ich rechne aber damit, dass wir weiterhin den Bürgermeister stellen werden.“

Die Dritte Landtagspräsidentin Karin Renner (SPÖ) aus Markgrafneusiedl wiederum spricht von einem bitteren Tag für die Sozialdemokratie im Bezirk: „Wir haben zwar zum Teil sehr gute Ergebnisse erzielt und in rund zehn Gemeinden dazugewonnen, aber leider auch schwere Verluste in vielen Kommunen einfahren müssen.“ Die Niederlagen auf den Bundestrend zu schieben, sei zu billig, so Renner: „Wir werden in den kommenden Tagen genau analysieren, wie es zu diesem schlechten Ergebnis kommen konnte.“

SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Karin Renner und ihren Genossen ist die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
Mauritsch

Freude hingegen herrscht bei den Grünen, die zahlreiche Mandate dazugewinnen konnten, auch wenn sie nicht alle besetzen können. Bezirkssprecherin Beate Kainz aus Gänserndorf: „In Marchegg haben wir sechs Sitze erzielt, wir hatten aber nur drei Personen auf unserer Kandidatenliste, somit bleiben drei Sessel leer.“ Dies sei aber zu verkraften. Kainz freut sich auch darüber, dass die Öko-Partei ins Weikendorfer Ortsparlament einzieht, wo die Blauen rausflogen: „Dort haben wir erfolgreich ein Zeichen gegen den Rassismus gesetzt.“

Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz (3.v.r.) zeigt sich mit dem Abschneiden ihrer Partei sehr zufrieden.
Mauritsch

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kommentiert Landtagabgeordneter Dieter Dorner aus Untersiebenbrunn das Wahlergebnis seiner Partei: „Ich freue mich, dass wir in Hauskirchen, Neusiedl, Spannberg und Velm-Götzendorf neu in den Gemeinderat einziehen. Auch in meiner Heimatgemeinde konnten wir zwei Mandate dazugewinnen.“ Ärgerlich wiederum seien die Verluste in der Bezirkshauptstadt sowie in Weikendorf: „Trotzdem sind wir in mehr Gemeinden vertreten als je zuvor und die Zahl unserer Mandatare konnten wir auch halten.“

FPÖ-Bezirksparteichef Dieter Dorner (Mitte) sieht das Wahlergebnis mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
FPÖ

Die NEOS traten nur in Gänserndorf und Groß-Enzersdorf an, wo sie jeweils einen Sitz im Gemeinderat erringen konnten.

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