E-Cars sind auf dem Vormarsch. 350 Elektro-Autos sind derzeit im Bezirk Gänserndorf gemeldet – und es werden immer mehr.

Von Manuel Mattes und Sandra Frank. Erstellt am 17. Juli 2019 (04:10)
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Vereinsvorsitzende von E-Gans-Mobil Beate Kainz (r.) und Grünen-Vize Margot Linke sind von dem Elektro-Auto begeistert.

Die E-Mobilität liegt im Trend. Dass nicht nur gefühlt mehr von den strombetriebenen Fahrzeugen auf den Straßen unterwegs sind, zeigen aktuelle Zahlen: Während im Dezember 2018 noch 307 E-Fahrzeuge im Bezirk gemeldet waren, ist die Anzahl bis Ende Juni auf 352 angestiegen. Für sie gibt es hier übrigens 32 E-Tankstellen.

Einer, der mit Überzeugung auf E-Mobilität setzt, ist Helmut Bürbaum aus Groß-Schweinbarth: „Ich empfehle E-Fahrzeuge auf jeden Fall weiter.“ Er schaffte sich im Februar 2017 ein mit Strom betriebenes Fahrzeug an. Warum? „Weil ich ein Auto mit dieser neuen Technologie haben und diese ausprobieren wollte.“ Er spricht von einem angenehmen und ruhigen Fahrverhalten seines Pkw. „Außerdem muss man nicht Tanken – im klassischen Sinn“, sp Bürbaum, der damit einen weiteren Vorteil nennt, der für ihn ausschlaggebend für diese Anschaffung war. Denn er selbst tanke eigentlich immer zuhause, erst drei oder vier Mal habe er sein Auto auswärts geladen. Mit der Reichweite seines E-Fahrzeugs ist er zufrieden. Es sind mindestens 220 Kilometer, die er mit einer „Füllung“ zurücklegen kann. Im Sommer können es auch 350 sein.

Ein Problem mit Fußgängern, die ihn überhörten, weil das E-Fahrzeug so ruhig läuft, hatte er bisher noch nicht. „Nur hie und da mit einem Fasan“, schmunzelt der überzeugte E-Auto-Fahrer.

„Der CO2-Ausstoß ist dabei sehr gering, das ist fürs Mikroklima im urbanen Bereich sehr gut.“ VP-Bürgermeister René Lobner

Bürbaum ist Kassier des E-Carsharing-Vereins in Groß- Schweinbarth. Dass dieses Projekt „nicht wirklich gut“ angenommen werde, liege nicht an den Stromfahrzeugen. „Wir haben zu viel Wohlstand. Jeder hat selbst ein Auto.“

In der Bezirkshauptstadt sind positivere Meldungen zu hören: Seit August 2015 gibt es in Gänserndorf den Verein E-Gans-Mobil. Die Mitglieder nutzen gemeinsam ein Elektro-Fahrzeug. Die E-Carsharing-Autos, ein Renault Zoe sowie seit Kurzem auch ein Renault Kangoo, zeigen eine überaus zufriedenstellende Leistung, wie Vereinsvorsitzende und Grünen-Gemeinderätin Beate Kainz weiß: „Unser erstes Auto hat mittlerweile 100.000 Kilometer abgespult – und das ohne die geringsten Probleme.“

Die Akkukapazität liege nach wie vor bei über 90 Prozent. „Das ist ein sensationeller Wert, wenn man bedenkt, dass der Wagen manchmal an Schnellladern und manchmal an herkömmlichen Stationen geladen wird“, ist die Grüne erfreut.

Auch die Wartungskosten seien erfreulich gering, sie belaufen sich laut Kainz auf rund 100 Euro pro Jahr: „Ob Ölwechsel, Zahnriementausch oder ein neuer Keilriemen – all das erspart man sich bei einem Elektromotor.“ Die Bremsen seien ebenfalls nach wie vor die ersten – dank der leistungsstarken Motorbremswirkung würden diese nur gering belastet.
Als „sehr pflegeleicht“ beschreibt auch Gänserndorfs VP-Bürgermeister René Lobner die gemeindeeigenen E-Fahrzeuge. Zwei dieser Gefährte – eines wurde vor einem halben Jahr, eines bereits vor zwei Jahren angeschafft – gehören dem Bauhof. In diesem Bereich seien sie „geschickt und effizient“, so die Erfahrung des Stadtchefs. Denn die E-Autos werden benutzt, um kurze Strecken innerhalb des Stadtgebiets zurückzulegen. „Der CO2-Ausstoß ist dabei sehr gering, das ist fürs Mikroklima im urbanen Bereich sehr gut.“

Ist der Akku eines Fahrzeugs leer, so wird er über Nacht aufgeladen und ist am nächsten Tag wieder einsatzbereit. Müssten die Bauhofmitarbeiter Langstrecken zurücklegen, wäre ein E-Auto sicher nicht optimal, meint Lobner. Doch für die Kurzstrecken in der Stadt sind die strombetriebenen Fahrzeuge eine gute Alternative.