Ehefrau missbraucht: Teilbedingte Strafe. Bis zuletzt leugnete 57-Jähriger, seine Frau über Jahre misshandelt und vergewaltigt zu haben. Schöffen glaubten ihm nicht.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 12. September 2018 (04:58)
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Jahrelang hat ein 57-Jähriger aus dem Bezirk seine Ehefrau geschlagen und vergewaltigt.Tiko Aramyan/ shutterstock.com
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„Ich habe meine Gattin bis zum letzten Tag geliebt. Ich habe für unsere Familie ein Haus gebaut und immer alles für sie getan“, sagt der 57-Jährige aus dem Bezirk Gänserndorf, mit einem bitteren Unterton in der Stimme. „Ich bin unschuldig“, erklärt er zu den massiven Vorwürfen, und er will die Ehefrau weder misshandelt (geschlagen, gewürgt), noch über Jahre immer wieder vergewaltigt haben.

Ein Vorfall am 15. April dieses Jahres, bei dem die Tochter und der Schwiegersohn in spe eine Attacke des 57-Jährigen an der Frau verhinderten, brach das jahrelange Schweigen des gepeinigten Opfers.

Er sei rasend eifersüchtig gewesen und sein Kontrollwahn habe ihr die Hölle auf Erden bereitet. Zuletzt habe sie nur mehr eine halbe Stunde zum Einkaufen Zeit gehabt“, schildert die 47-Jährige und erklärt: „Ich bin mir wie ein Eigentum vorgekommen. Zuletzt hatte ich Angst, dass ich seine Gewaltausbrüche und Attacken nicht überlebe.

„Sie will sich Vorteile bei der Scheidung verschaffen“57-jähriger Angeklagter

Er hat mich über Jahre geschlagen, gewürgt und gewaltsam zum Sex gezwungen. Zum Schluss habe ich es einfach über mich ergehen lassen, weil ich bei Gegenwehr Schläge befürchtet habe“, erzählt das Opfer von dem Martyrium. Aus Scham und aus Liebe zu den Kindern habe sie so lange geschwiegen. Jetzt laufe aber das Scheidungsverfahren, erklärt die 47-Jährige. „Sie will sich Vorteile bei der Scheidung verschaffen“, mutmaßt der 57-Jährige bezüglich der Anschuldigungen der Noch-Gattin.

Nach dem Beweisverfahren befindet der Schöffensenat den Weinviertler der Vergewaltigung, fortgesetzter Gewaltausübung, gefährlicher Drohung und Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung für schuldig und verhängt drei Jahre, davon ein Jahre Gefängnis. Nicht rechtskräftig.