Ein Wechselbad der Gefühle für die Vereine. Während Breitensport und Fußballer sehnsüchtig auf den Normalbetrieb warten, konnte der Handballnachwuchs im Bezirk Gänserndorf schon loslegen.

Von Peter Sonnenberg und Bernhard U. Wieser. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:51)
Der Amateur- und Breitensport hat noch immer Sendepause. Alle Hoffnung liegt auf dem großen Sportgipfel mit den Ministerien diesen Freitag. Foto: NÖN
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Auch wenn es am Freitag einen Sportgipfel von Verbänden mit den Ministerien gibt, ist derzeit noch keine Öffnung der Sportstätten bzw. Wiederaufnahme des Trainings- und Meisterschaftsbetriebs vor Anfang März in Sicht. Das verursacht Sorgenfalten bei den Vereinen, obwohl es durchaus Ideen und Konzepte gibt, wie man sofort wieder loslegen könnte. Wir haben uns umgehört:

Große Sorge um seinen Nachwuchs hat Michael Wöss, der Jugendleiter der ATSV Sparta Deutsch-Wagram, einer der größten Vereine in Sachen Fußball-Nachwuchsarbeit: „Vom Verband kommt nichts, ich habe mich im Leben noch nie so im Stich gelassen gefühlt. Es wäre doch möglich, immerhin das Training für die Kinder zu erlauben, damit sie den Kontakt zum Verein, zu den Mitspielern und zum Sport nicht verlieren. Ich versteh nicht, wieso die LAZ trainieren dürfen und wir als Verein nicht. Woher bekommen die denn die Kinder? Von uns Vereinen.“ Sein Obmann Werner Matzinger findet noch drastischere Worte: „Es kostet nur Kraft, ich habe schon resigniert. Es ist einfach nur schade um die 160 Kinder, die wir ausbilden.“

Gerald Holzknecht, Sektionsleiter beim SV Stripfing, stößt ins selbe Horn: „Es kommen viele Hürden auf uns zu. Leider hat der Amateursport in der Politik keine Fürsprecher. Ich hätte mir von den Regionalpolitikern einfach mehr Unterstützung für den Sport erwartet. Hier haben die Politik, aber auch die Organisationen der einzelnen Sportarten, zur Gänze versagt.“

Handballnachwuchs legte schon wieder los

Schon wieder im Trainingsbetrieb ist dagegen der Handballnachwuchs des UHC Gänserndorf, zumindest für die Altersklassen U14 bis U20. Das ist aufgrund der Tatsache möglich, da es heuer keine Landes- sondern nur Bundesbewerbe gibt und deshalb das Spitzensportkonzept seine Anwendung findet. Auch wenn das mancherorts Kritik hervorrief, die Gänserndorfer freut’s auf jeden Fall: „Das Leuchten in den Kinderaugen beim ersten Training hat gezeigt, wie heiß alle aufs Spielen waren“, berichtet Obmann Manfred Dichtl. Allerdings unterwerfen sich die UHC-Jugendlichen einem strengen ÖHB-Präventionskonzept, das unter anderem wöchentliche Testungen vorsieht, wobei hier nur jene gültig sind, die in einer Apotheke oder Teststraße absolviert werden. Mit der bundesweiten Meisterschaft soll es übrigens Ende März losgehen.

Einer der größten Breitensportvereine des Bezirks ist der SV Gymnastics Gänserndorf. Dort können es Obfrau Christine Glaser und Co. nicht erwarten, dass es endlich wieder losgeht: „Vor allem, weil wir schon vor dem Lockdown alle nötigen Vorkehrungen getroffen haben. Wir haben Bodenmarkierungen, ein Einbahnstraßensystem und so weiter. Besser können wir uns nicht vorbereiten.“ Und auf die Frage, ob Glaser ein Risiko bei den Kursen sieht, kommt eine entschieden schnelle Antwort: „Nein, absolut nicht.“