Ende der Fastenzeit: „Verzicht geht ganz einfach“. Die einen lassen bewusst Fleisch oder Alkohol weg. Die anderen leben das ganze Jahr gesund und fasten daher nicht.

Von David Aichinger, Robert Knotz, Manuel Mattes und Sandra Frank. Erstellt am 17. April 2019 (04:23)
Mattes

Wenn die Katholische Frauenbewegung auf der Gänserndorfer Bahnstraße vor Ostern zum Suppenessen lädt und dabei Geld für Menschen in Not sammelt, dann hat die Fastenzeit ihren Höhepunkt erreicht. Die NÖN fragte bei Promis im Bezirk nach, wie sie es mit dem Verzicht auf kulinarische Genüsse halten – und bekam dabei so manch äußert interessante Antwort.

„Ich faste nicht“, erzählt Alfred Walbert, AMS-Chef in Gänserndorf. Er ist Vegetarier, trinkt kaum Alkohol, auch dem Süßen ist er nicht verfallen. „Die Vollkorn-Mannerschnitten könnte ich aber nicht weglassen ...“, meint er lachend. Einmal habe er versucht, auf Kaffee zu verzichten, als er in China war. „Das habe ich fünf Wochen durchgehalten, aber es war, als würde ich nur auf drei Zylinder laufen.“

„40 Tage im Jahr sind eigentlich nichts. Da kann man ruhig auf etwas verzichten, das man eh das ganze Jahr hat.“ Daniel Hasenberger, SC Lassee

Gänserndorfs VP-Bürgermeister René Lobner verzichtet ebenfalls auf das Fasten: „Ich versuche, das ganze Jahr über gesund zu leben, darum gibt es jetzt nichts, auf das ich verzichten würde.“ Marchfelderhof-Wirt Gerhard Bocek lebt in der Zeit vor Ostern genauso wie den Rest des Jahres: „Ich faste das ganze Jahr über. In der Früh esse ich nur einen Apfel und dann erst am Abend Obst und Gemüse.“

Anders verhält es sich bei Deutsch-Wagrams VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst: „Ich halte die Fastenzeit ein. Jedoch muss ich manchmal aus gesellschaftlichen Gründen Ausnahmen machen.“

Verzicht auf Süßes und das Abendessen

Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Merkatz hat seit Aschermittwoch neun Kilo abgenommen – ohne Anstrengung, wie er selbst sagt. Er verzichtet auf Alkohol, isst nichts Süßes mehr und lässt auch das Abendessen weg. „Die ersten fünf bis sieben Tage sind schwierig“, sagt der Brucker. Doch dann habe sich der Körper daran gewöhnt. Dieses Intervallfasten – auf 16 Stunden fasten folgt ein achtstündiges Zeitfenster, in dem gegessen wird – will Merkatz auch nach der Fastenzeit weiter betreiben. „Ich kann es nur jedem empfehlen, es zahlt sich definitiv aus.“

Was er gegen den Hunger tut? „Körperliche Anstrengung und Wasser trinken.“ Ersteres fällt Merkatz nicht schwer – jeden Tag ist er mit seinem Fahrrad 20 Kilometer unterwegs. „Mit einer gewissen Geschwindigkeit, sonst ist mir ja kalt.“

"40 Tage sind eigentlich nichts"

Deutsch-Wagrams Spargelkönigin Katharina II )Katharina Mayer) meint zur Fastenzeit: „Ich esse das ganze Jahr über kein Fleisch. In der Fastenzeit halte ich mich speziell mit dem Naschen zurück.“

Ein Fixpunkt im Kalender ist die Fastenzeit für Kicker Daniel Hasenberger vom SC Lassee. Der 20-Jährige begann vor drei Jahren mit der Phase der Entbehrung: „Weil ich bemerkt habe, dass ich einfach zu viel Fleisch konsumiert habe. In fast jeder Mahlzeit war Fleisch enthalten, und es gab sehr wenige Gerichte, die ich bewusst vegetarisch gekocht habe.“

Fällt ihm der Verzicht schwer? „Nein, 40 Tage im Jahr sind eigentlich nichts. Da kann man ruhig etwas entbehren, das man eh das ganze Jahr hat.“

Neben Fleisch ist das beim jungen Sportler auch Alkohol. Auch wenn er solchen in der restlichen Zeit des Jahres nur in Maßen genießt, sieht Hasenberger hier den größten Effekt: „Wenn man am Wochenende keine zwei Bier trinkt, merkt man, dass es leichter vorangeht beim Training.“ Und der Verzicht auf Fleisch? „Das müsste man, glaube ich, über einen längeren Zeitraum gezielt beobachten.“

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