Ernte 2020: „Die Qualitäten sind gut“. Der Winter war viel zu trocken, im ebenfalls trockenen Frühjahr setzten Spätfrostnächte den Kulturen zusätzlich zu. Dennoch sei die Ernte großteils zufriedenstellend.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. August 2020 (03:16)
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Gewöhnlich treffen einander die Beteiligten persönlich, heuer fand das Erntegespräch der Bezirke Gänserndorf und Mistelbach mit der Agrar-Markt-Austria (AMA) per Videokonferenz statt.

Auf der Agenda von Bauernkammerobmann Manfred Zörnpfenning stand die aktuelle Getreideernte. Diese war im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich verzögert, Grund dafür war der Regen, der mit Mitte Mai eher spät einsetzte.

Ernte-Ertrag heuer leicht überdurchschnittlich

„Die Qualitäten sind aber durchaus gut“, lautet das Fazit des Kammerobmanns. Beim Ertrag könne in diesem Jahr sogar von einer leicht überdurchschnittlichen Ernte gesprochen werden. Aber: „Bei schlechten Bodenverhältnissen, zum Beispiel auf Schotter-Böden, wurden auch heuer aufgrund der fehlenden Niederschläge im Frühjahr nur unterdurchschnittliche Erträge erzielt“, schildert Zörnpfenning.

Aufgrund des Regens hätten die Landwirte heuer deutlich verzögert mit der Getreideernte starten können, sagt Kammerobmann Manfred Zörnpfenning.
BBK Gänserndorf, NÖN

Nicht nur das Frühjahr sei sehr trocken gewesen, bereits im Winter 2019 habe es zu wenig Niederschläge gegeben. Außerdem hätten zahlreiche Spätfrostnächte den Kulturen im Frühjahr zugesetzt. Im April haben diese – zusätzlich zur Trockenheit – besonders dem Raps stark in Mitleidenschaft gezogen und so für schlechte Erträge gesorgt.

Dennoch: Die Qualität der Ernte sei im heurigen Jahr über alle Kulturen hinweg durchaus zufriedenstellend. „Bei anhaltenden Niederschlägen kann sich die Situation noch ändern“, betont der Kammerobmann und ergänzt: „Wenn die Kulturen nicht rechtzeitig geerntet werden können, nimmt die Qualität leider rasch ab.“

Im Erntegespräch gaben die Landwirte einen Ausblick auf den Herbst: Sichtlich gutgetan hätte der Regen der vergangenen Wochen vor allem den Herbstfrüchten wie Mais, Zuckerrüben und Ölkürbis. Die Weingärten präsentieren sich derzeit ebenfalls zufriedenstellend. „Einige Kulturen, wie zum Beispiel die Zwiebeln, leiden aber unter den aktuellen Witterungsbedingungen“, informiert Zörnpfenning.

Da die Speisekartoffeln aufgrund der Trockenheit im ersten Quartal eher weniger Knollen angesetzt haben, sind diese aufgrund der Niederschläge in den vergangenen Wochen sehr gewachsen.

Wichtig ist es Manfred Zörnpfenning, darauf hinzuweisen, dass die Landwirte im Bezirk auch heuer einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Österreich leisten und die Konsumenten mit qualitativ hochwertigen, regionalen Produkten versorgen.