Ex-Grüner muss nun einstecken. Nachdem er im NÖN-Interview über seine ehemalige Partei herzog, bekommt Schwarz jetzt seine verbalen Watschen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 06. September 2017 (05:33)
Zuletzt teilte er gegen seine ehemaligen Parteikollegen aus, jetzt muss er kräftig einstecken: Ex-Grünen-Bezirksverantwortlicher Lukas Schwarz.
NOEN, Schindler

Schwere Geschütze fuhr der ehemalige Grünen-Bezirksverantwortliche und Leopoldsdorfer Gemeinderat Lukas Schwarz gegen seine einstige Partei auf (die NÖN berichtete). Jetzt drehen manche Grüne im Bezirk den Spieß um.

Zistersdorfs Grünen-Gemeinderat Karl Kolar: „Schwarz glaubte, er ist der Alleinherrscher im Bezirk Gänserndorf.“
NOEN, NÖN

Zur Erinnerung: Schwarz fühlte sich in der Öko-Partei nicht mehr gewollt und wechselte in der Folge zur Liste des einstigen Grünen Peter Pilz. Vor allem der Gänserndorfer Gemeinderätin Beate Kainz warf Schwarz vor, dass diese immer gegen ihn opponiert und die Zistersdorfer Grünen auf ihre Seite gezogen habe. Den Grund vermutete der 24-Jährige darin, dass Kainz es nicht verkraftet habe, dass sie nicht mehr Bezirkssprecherin und Bezirksverantwortliche ist.

Gänserndorferin kontert

Die Gänserndorferin lässt sich die Vorwürfe nicht gefallen und kontert jetzt: „Schwarz hatte nie die Wichtigkeit, die er sich gewünscht hat. Er war etwa zwei Jahre im Gemeinderat und hatte ein halbes Jahr die Funktion des Bezirksverantwortlichen.“ Die Grüne glaube nicht, dass ihm dieser kurze Zeitraum genug Einblick verschafft habe, um ein Urteil über andere Mandatare zu fällen.

Kainz betont weiter: „Ich erlaube mir weiterhin – wie bisher – zeitgleich in der Gemeinde sowie innerhalb und außerhalb des Bezirks aktiv zu sein. Für mich geht es um die Sache – für ihn offensichtlich um einen Job.“ Die Gänserndorferin erinnert daran, dass Schwarz – nachdem er weder bei den Grünen noch bei der Liste Pilz den gewünschten Listenplatz für die Nationalratswahl erhalten habe – ankündigte, bei der NÖ Landtagswahl 2018 zu kandidieren.

"Wir tanzen nicht nach ihrer Pfeife"

Auch der Zistersdorfer Grünen-Gemeinderat Karl Kolar nimmt Schwarz ins Visier: „Beate Kainz lebte früher in Zistersdorf und war hier im Gemeinderat. Wir schätzen sie sehr und freuen uns, wenn sie uns unterstützt. Trotzdem tanzen wir nicht nach ihrer Pfeife.“ Schwarz habe sich selbst die Zistersdorfer Grünen zum Feind gemacht.

Warum dieses? Kolar: „Da gab es einige Aktionen von ihm, die nicht gut ankamen. Er hat zum Beispiel den E-Mail-Verkehr auf ein Mitglied unserer Ortsgruppe reduziert.“ Weiters soll Schwarz Beschlüsse über den Internet-Messenger „WhatsApp“ eingefordert haben. Kolar: „Ich weiß nicht einmal, was das ist.“

Aber den Vogel soll Schwarz mit einem von ihm in Zistersdorf angesetzten Bezirkskongress abgeschossen haben. „Wir sagten ihm, bitte nicht an einem Montag, weil da nicht alle Zeit haben, und nicht in einem bestimmten Gasthaus, weil ich dort nach Differenzen mit dem Wirt nicht mehr hingehe.“ Wo und wann wurde der Bezirkskongress schließlich angesetzt? „Natürlich in besagtem Gasthaus an einem Montag.“

Kolar abschließend: „Schwarz glaubte, er ist der Alleinherrscher im Bezirk. Unserer Meinung nach war er für die Position einfach nicht geeignet. Es stimmt, dass er freiwillig ging, aber der Druck von den Landes-Grünen war groß.“