FF half in Belgien: „Alles zerstört“. Der Stripfinger Kamerad Florian Zwesper half als einer von sechs aus dem Bezirk nach den Unwettern in Belgien.

Von NÖN Redaktion und Sandra Frank. Erstellt am 20. Juli 2021 (13:31)
Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schicker, sein Stellvertreter Markus Unger, Abschnittsfeuerwehrkommandant Reinhard Schuller und der Chef des Stabs, Klaus Klöbel, verabschiedeten die Feuerwehrmänner am Donnerstagabend vor dem Gänserndorfer Feuerwehrhaus.
Usercontent, Bezirksfeuerwehrkommando

„Die Leute waren heilfroh, dass wir gekommen sind und haben applaudiert“, erinnert sich Florian Zwesper, Feuerwehrmann in Stripfing. Er war gemeinsam mit fünf weiteren Kameraden aus dem Bezirk von Donnerstag bis Samstagfrüh im Katastropheneinsatz in Belgien.

Dort wüteten, wie auch in Deutschland und in den Niederlanden, verheerende Unwetter, die viele Tote und Verletzte forderten. Menschen mussten evakuiert werden, die Bilder der Hochwasserkatastrophe gingen durch die Medien und geben Zeugnis über die unglaubliche Spur der Verwüstung.

Donnerstagabend war für die sechs Männer der Feuerwehren Marchegg, Stripfing, Tallesbrunn, Raggendorf sowie Stillfried-Grub Treffpunkt beim Gänserndorfer Feuerwehrhaus. Denn Belgien hatte über die EU Unterstützung angefordert. Der NÖ Katastrophendienst stellte einen Trupp des Moduls FRB – Flood Rescue Boat – zusammen, um Belgien zu unterstützen. „Der Bezirk Gänserndorf durfte sechs Personen stellen. Da habe ich mich sofort gemeldet“, sagt Zwesper. Er helfe gerne und sei im Katastrophendienst sehr aktiv.

In nur nur 45 Minuten abfahrbereit

Die Wasserdienstgruppe wurde alarmiert, nur 45 Minuten später waren Mannschaft und Fahrzeuge komplett. Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schicker, sein Stellvertreter Markus Unger, Abschnittsfeuerwehrkommandant Reinhard Schuller und der Chef des Stabs, Klaus Klöbel, verabschiedeten die sechs Kameraden vor dem Gänserndorfer Feuerwehrhaus. Um 22 Uhr brach das Modul FRB schließlich von Tulln ins Einsatzgebiet in Belgien auf.

Furchtbare Bilder boten sich den sechs Feuerwehrmännern aus dem Bezirk, die am Donnerstag nach Belgien aufbrachen, um dort mit der Zille Menschen zu suchen und zu retten.
Matthias Fischer

Insgesamt waren es 110 Feuerwehrmitglieder mit 24 Wasserfahrzeugen, die Richtung Lüttrich aufbrachen, um dort in der Kaserne ihr Lager aufzuschlagen. Den Kameraden bot sich ein Bild der Verwüstung: Die Stadt unter Wasser, Häuser zerstört. „Unser Auftrag war search and rescue“, erzählt Zwesper, wie er mit seinen Kameraden auf einer Feuerwehr-Zille durch die Straßenzüge fuhr, um Menschen zu retten.

Ein Bach in der Größe des Marchfeldkanals sei auf das Zehnfache angeschwollen, über die Ufer getreten und habe die Dörfer geflutet. „In der 17 Stunden, die wir nach Belgien gefahren sind, ist das Wasser wieder zurückgegangen und war nicht mehr so hoch wie bei der Alarmierung“, weiß der Feuerwehrmann.

Alles war zerstört

Dennoch: Einige Straßenzüge standen einen Meter unter Wasser, die Menschen saßen fest. Diesen halfen die Gänserndorfer.
„Ich war sehr betroffen“, schildert Zwesper seinen ersten Eindruck. Türen waren eingedrückt, Autos lagen auf dem Dach, „alles war zerstört, es herrschte komplettes Chaos“. Müll und Bäume lagen auf den Straßen. Der Feuerwehrmann ist froh, dass er helfen konnte.

Samstagfrüh brachen die Kameraden aus Niederösterreich wieder Richtung Heimat auf und wurden in Tulln von Landefeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und Landesrat Stephan Pernkopf empfangen. Er ist stolz, dass das Bundesland „eines der besten Feuerwehrsysteme Europas“ habe. Die internationalen Einsatzkräfte seien begeistert von den Kameraden gewesen. Sogar das belgische Königspaar habe sich bei den Feuerwehrmitgliedern bedankt.

Auch aus Stockerau war diese Hilfe ausgerückt, wir hatten berichtet: