Frauen belästigt: 26-Jähriger jetzt verurteilt. Weil er insgesamt sieben Frauen am Bahnhof in Gänserndorf belästigte, musste sich kürzlich ein 26-Jähriger vor dem Schöffensenat am Landesgericht Korneuburg verantworten.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:43)
Insgesamt sieben Frauen stellte der 26-jährige Installateur am Bahnhof in Gänserndorf nach. Symbolfoto: Shutterstock/yamel photography
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Der Bahnhof in Gänserndorf war von 10. bis 22. September vergangenen Jahres für junge, zierliche Frauen kein besonders sicherer Ort. Ein 26-jähriger Installateur stellte in dieser Zeit insgesamt sieben Frauen nach, packte sie von hinten, hielt ihnen den Mund zu und griff ihnen in den Intimbereich. Alle Opfer wehrten sich und schrien, trotzdem ließ der Mann, der sich für diese Taten vor dem Schöffensenat am Landesgericht Korneuburg, verantworten musste, nicht von ihnen ab. Allen sieben Frauen blieb noch Schlimmeres erspart.

Im Zentrum der Verhandlung unter dem Vorsitz von Richter Helmut Neumar stand somit nicht die Schuldfrage, die ob des Geständnisses des Angeklagten geklärt war, sondern die von Staatsanwältin Gudrun Bischof geforderte Unterbringung in einer Anstalt für geistig-abnorme Rechtsbrecher. „Normalerweise bin ich ja nicht so“, erklärte sich der 26-Jährige vor Gericht. Auf die Frage von Neumar, warum er die Taten denn begangen habe, konnte er allerdings kein überzeugendes Motiv liefern.

„Der Drang muss groß gewesen sein.“ Peter Hoffmann, Sachverständiger

Im Laufe der Verhandlung bot er drei Motive an: Rache an seiner Freundin, weil‘s in der Beziehung grad nicht lief, er wollte die Frauen nackt sehen oder er sei einfach „geil“ gewesen, wie er bei seiner Vernehmung bei der Polizei aussagte. Alle drei Motive stufte der Sachverständige Peter Hofmann als „oberflächlich“ ein und skizzierte dann, vor allem für die Schöffen, die Persönlichkeit des Mannes aus seiner psychiatrischen Perspektive.

„Der Drang muss groß gewesen sein“, resümierte Hofmann, als er die sich steigernde Spirale der Angriffe anhand der Fakten nachzeichnete. Am 10. September erfolgte der erste Angriff, bei dem es noch beim Versuch blieb, danach folgten Überfälle auf Frauen am 13., 15. und 21. September. Schließlich eskalierte der Tatendrang des 26-Jährigen und er attackierte am 22. September drei Frauen hintereinander.

Hofmann wies unter anderem auch den Verteidiger Philipp Winkler darauf hin, dass bei sexuell motivierten Übergriffen zu über 90 Prozent Bekannte die Opfer seien. „Angriffe gegenüber Fremden sind selten“, so Hofmann und das begründe – neben der mangelnden Empathie des Angeklagten für seine Opfer – für ihn eine zusätzlich Gefahr, die von dem Mann ausgehe. Der Schöffensenat folgte der eindrücklichen Schilderungen Hofmanns und verurteilte den 26-Jährigen, der beteuerte „Ich mach alles, was nötig ist, damit das nicht mehr vorkommt“ zu einem Jahr Freiheitsstrafe, ordnete Bewährungshilfe sowie die Unterbringung an.