Friedhofsgebühren: Auch das Sterben ist nicht umsonst. Je nach Lage ergeben sich bei Gräbern eklatante Kostenunterschiede. Ebenso sind Differenzen bei Aufbahrung groß.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 31. Oktober 2018 (05:20)
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Symbolbild 

Für Gräber gilt wie für Immobilien: Größe und Lage zählen. Die Recherche-Plattform „Addendum“ ermittelte die Gebühren für rund 1.400 Friedhöfe in Ostösterreich. Fazit: Auch das Sterben kostet etwas, und zwar mehr als das Leben – allerdings nicht überall gleich viel.

Die Spanne für die Kosten von Aufbahrung, Bestattung und Grabverlängerung ist dabei auch im Bezirk groß. So kostet die Verlängerung eines „normalen“ Erdgrabs in Gänserndorf 330 Euro, in Hohenruppersdorf hingegen werden alle zehn Jahre nur 29,07 Euro verlangt.

Gravierendste Unterschiede bei den Preisen für die Aufbahrung

Auch bei den Beerdigungskosten ergeben sich große Unterschiede: Hier müssen in Hohenruppersdorf für ein Erdgrab 775 Euro bezahlt werden (inklusive der Gebühren für Bestatter und Friedhofsverwaltung) – der größte Preis im Bezirk. Bei den Urnengräbern liegt Zistersdorf kostentechnisch vorne: 400 Euro werden in der nördlichsten Stadt des Bezirks verlangt. Die günstigste Urnenbestattung ist in Dürnkrut möglich: 50 Euro fallen hier an.

Bei den Preisen für die Aufbahrung vor der Bestattung zeigen sich laut der Umfrage die gravierendsten Unterschiede: Während hier Hohenruppersdorf mit 10,9 Euro pro Tag die günstigste Gemeinde ist, fallen für eine Aufbahrung in der Leichenhalle in Groß-Schweinbarth 40 Euro pro Tag an. Eklatant teurer wird es, wenn der Verstorbene statt in einer Leichen- in einer Aufbahrungshalle liegt. In der Bezirkshauptstadt werden dafür 175 Euro täglich verlangt.

Andere Faktoren treiben Gebühren in die Höhe

„In den meisten Gemeinden gibt es die Möglichkeit, seine Hinterbliebenen in einem Erdgrab, einem Urnengrab oder einer Gruft zu bestatten. Der häufigste Typ ist das Doppel- oder Familiengrab, das vier Leichen fasst“, erklärt Gerald Gartner von „Addendum“. Zu beachten sei, dass die angegebenen Kosten die Untergrenze sind.

Es gebe eine Reihe von Zuschlägen, die in Rechnung gestellt werden. Ist der Boden gefroren? Findet die Beerdigung an einem Wochenende oder außerhalb der Dienstzeiten statt? Müssen bestehende Särge tiefer gelegt werden? Das alles seien potenzielle Kostenfaktoren.

Alle Details: www.addendum.org

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