Gänserndorf geht wacker durch Krise. Der Bezirk Gänserndorf schlägt sich in der Coronakrise tapfer. Arbeitslosigkeit am Bau liegt sogar unter dem Wert des Vorjahres.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 17. Januar 2021 (04:25)
„Der Bezirk schlägt sich in der Corona-Krise wacker“, so AMS-Chef Georg Grund-Groiss.
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2020 war das seit Jahrzehnten schwierigste Jahr am Arbeitsmarkt: Aktuellen Berechnungen zufolge schrumpfte die Wirtschaft um 9 %, die Arbeitslosenquote in Österreich kletterte auf 10 %. Im Bundesland Niederösterreich waren im Jahr 2020 durchschnittlich 64.939 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 14.194 oder 28 % mehr als 2019.

Vor diesem Hintergrund schlägt sich die Arbeitsmarktregion Gänserndorf in der Corona-Krise wacker: Im Jahresdurschnitt 2020 waren beim AMS Gänserndorf 5.040 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 1.014 oder 25,2 % mehr als 2019.

Ende Dezember verzeichnete man mit einem Plus von 15,4 % (+737 Vorgemerkte) sogar den geringsten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich seit Beginn der Krise im März 2020. Dazu trug auch bei, dass die Arbeitslosigkeit am Bau mit 490 Betroffenen sogar unter dem Vorjahreswert lag (-31 Vorgemerkte oder -6 %).

Kaum Einbußen am regionalen Stellenmarkt

Besonders bemerkenswert ist, dass der regionale Stellenmarkt im Jahr 2020 insgesamt kaum an Volumen eingebüßt hat. Nach dem Lockdown-bedingten dramatischen Wirtschaftseinbruch im Frühjahr ist der Stellenzugang beim AMS Gänserndorf rasch wieder angesprungen. Im gesamten Jahr 2020 wurden dem AMS Gänserndorf 2.824 offene Stellen gemeldet, „nur“ um 73 oder 2,5 % weniger als im Jahr davor. Niederösterreichweit ist der Stellenzugang beim AMS um 22 % (- 17.152 offene Stellen) gesunken.

Die regionale Wirtschaftsstruktur mit ihren überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen in einem vielfältigen Branchenmix hat sich in dieser einzigartigen Wirtschaftskrise als besonders widerstandsfähig erwiesen. Dass dennoch die Arbeitslosigkeit um ein Viertel gestiegen ist, hat ebenfalls mit einem „strukturellen“ Merkmal zu tun: Knapp 60 % aller Berufstätigen pendeln aus dem Bezirk aus, davon die allermeisten nach Wien. Wie man als Bezirk stets auch von der Metropole Wien mit ihren hunderttausenden Arbeitsplätzen profitiert, so leidet man jetzt auch mit dem Wiener Arbeitsmarkt.