Gastro-Öffnung: „Beste Nachricht des Jahres“. Die Wirte im Bezirk Gänserndorf sind froh, wieder Gäste empfangen zu dürfen. Sie nehmen dafür alle Auflagen in Kauf.

Von Ulla Kremsmayer, Ernst Spet, Robert Knotz und Edith Mauritsch. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:33)
Restaurant-Leiter Elvis Kocic, Marchfelderhof-Chef Peter Großmann und Küchenchef Christian Langer bereiten sich schon auf die ersten Gäste vor.
Knotz

„Seit wir am Donnerstag gehört haben, dass wir wieder aufsperren dürfen, hat die Maschinerie zu Laufen begonnen“, erzählt Marchfelderhof-Chef Peter Großmann, dass das berühmte Restaurant in Deutsch-Wagram in den Startlöchern stehe.

Wirtin Gabriela Paulovova bereitet sich auf die Öffnung vor.
Max Spet, Max Spet

Wie das konkret aussieht? „Die Mitarbeiter wurden alle aktiviert, die Lager werden in den nächsten Tagen aufgefüllt, die Kühlanlage wurde gereinigt und andere Vorbereitungen wurden getroffen. Unsere Mitarbeiter-Brigade steht ,Gewehr bei Fuß‘“, berichtet Großmann erfreut. Außerdem: Man habe bereits viele Tisch-Reservierungen erhalten, einige Tage seien sogar schon komplett ausgebucht. „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir während des Lockdowns keine Mitarbeiter entlassen mussten.“ Alle waren zur Kurzarbeit angemeldet. Für die bevorstehende Öffnung ab 19. Mai werden die Mitarbeiter noch eingehenden geschult, was die Hygienemaßnahmen betrifft. Es seien sogar eigene Corona-Beauftragte bestimmt worden, welche die Maßnahmen intern weitergeben und deren Einhaltung kontrollieren sollen.

Die Nachricht, dass man wieder öffnen dürfe, sei „die beste, die ich im heurigen Jahr erhalten habe“. Dem Marchfelderhof-Chef ist die Freude darüber anzusehen. „Wir sind sehr optimistisch, was die Zukunft betrifft, und werden alle Maßnahmen zum Schutz unserer Gäste und des Personals zu hundert Prozent einhalten“, verspricht Großmann.

Gabriela Paulovova, Wirtin des Gasthauses „Am Langen Weg“ in Groißenbrunn, wird ihr Lokal pünktlich am 19. Mai öffnen. Seit Weihnachten steht sie in der Küche und bot einen Take-Away-Service an. Derzeit wird die Speisekarte adaptiert, Lebensmittel werden wieder in größeren Mengen eingekauft. Um überhaupt wieder in den Genuss eines deftigen Schnitzels und und eines kühlen Biers zu kommen, müssen die Gäste einen negativen Corona-Test vorweisen. Die Kontrolle der Zutrittstest stellt die Wirtin vor eine ganz neue Herausforderung, da sie nicht weiß, wie viel Zeit diese verschlingen werden.

Ein Vorteil des Gasthauses: Es verfügt über einen sehr schönen Gastgarten mit Altbaumbestand. 17 Tische darf sie dort nach den derzeit geltenden Abstandsregeln aufstellen. „Hier muss ich aber noch auf genauere Vorgaben der Regierung warten.“ Erfreut ist sie, dass sie all ihre Mitarbeiter wieder zurück in den Dienst holen kann.

„Die Hygienemaßnahmen sind unseren Gästen ja schon aus dem Vorjahr bekannt“, erzählt Paulovova, dass ihre Gäste hier kooperativ sind.

Bei Claudia Müller, Chefin des Landgasthauses Demel in Schönkirchen-Reyersdorf, schwingt noch etwas Vorsicht mit: „Wir hoffen, dass es diesmal ernst ist. Details der Verordnung sind ja noch nicht bekannt. Dann sehen wir, wie das genau gehen soll – und wie praktikabel das ist“, denkt sie an den Mittagstisch, wo alles schnell gehen soll. Die Wirtin versteht sich jedenfalls nicht als Aufsichtsorgan und setzt auf die Disziplin ihrer Gäste. Derzeit werden die Lager gefüllt und der Gastgarten hergerichtet.

Große Freude über „normales Arbeiten“

Wieder Gäste im Haus begrüßen zu dürfen, ist ein Lichtblick: „Endlich wieder normales Arbeiten! Die soziale Interaktion haben wir sehr vermisst.“ Es sei etwas ganz anderes, Gäste im Haus zu haben und „da und dort ein paar Worte plaudern zu können“. Der Landgasthof Demel wird am 19.5. öffnen, bis Ende Mai vorerst über mittags. „Dann werden wir sehen, wie es weitergeht. Hoffentlich herrscht im Juni wirklich Normalität.“

Andere Wege geht Jana Knapkova, die das Gasthaus „Jana“ in Dürnkrut betreibt: „Wir haben einige Leute gefragt. Die werden sich nicht testen lassen, nur um ins Gasthaus gehen zu dürfen“, sagt die Wirtin. Darum gibt’s Speisen auch künftig nur zum Abholen.

„Ja, jetzt kann man wieder hoffen!“, meint auch Susanne Savic vom „Trotzdem“ in Groß-Enzersdorf. Es werde sicher anstrengend, alle Gäste nach Tests oder Haushaltsgröße zu fragen. „Aber ich hoffe einfach, dass es wieder Betrieb geben wird und die Gäste trotzdem zu uns kommen!“ Nachsatz: „Man wird sich ja auch etwas wünschen dürfen …“ Um den Betrieb anzukurbeln, hat Savic nun auch einen Schanigarten auf dem Gehsteig und auf dem Grünstreifen beantragt, um Plätze an der frischen Luft zu bieten. Auf die Genehmigung wartet die Wirtin noch.

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