Gastronomie: Der große Ansturm blieb aus . Nach dem Corona-Shutdown darf in den Räumlichkeiten der Gastro-Betriebe im Bezirk Gänserndorf seit Freitag wieder gegessen und getrunken werden.

Von Edith Mauritsch und Markus Szelnekovics. Erstellt am 17. Mai 2020 (16:26)
Wirtin Petra Zausnig – im Hintergrund mit Mund-Nasen-Maske – und die Familie Rotter, die den ersten Öffnungstag des Dorfladens in Niedersulz für einen Besuch nutzten.
Mauritsch

Am Freitag war es so weit: Die Gastronomie durfte erstmals nach dem Corona-Shutdown wieder öffnen und die Gäste in ihren Räumen bewirten. Wie dieser Tag in den Lokalen des Bezirks über die Bühne ging, hat die NÖN recherchiert.

Zufrieden zeigte sich Petra Bruckmayer, Wirtin der Bärenstub’n in Matzen: „Die Gäste haben sich sehr gefreut, dass sie wiederkommen können. Es war zwar nicht der große Ansturm, aber ein Anfang.“ Arbeiter kamen bereits zum Mittagessen, von den älteren Gästen waren allerdings nicht so viele da wie vor dem Lockdown. „Die werden noch vorsichtig sein“, vermutet Bruckmayer. Der Gastgarten ist ebenfalls schon vorbereitet und wartet auf Schönwetter.

Umstellen musste sie nichts, die Abstandsvorgaben konnten mit der bisherigen Tischaufstellung eingehalten werden. Die Getränkekarten wurden in Plastikhüllen verpacken und werden wie die Speisekarten nach jedem Gast gereinigt. Dasselbe Prozedere erfolgt mit der Menage (Salz- und Pfefferstreuer sowie Zahnstocher). „Wir geben nur einen Zahnstocher hinein, damit nicht alle angegriffen werden. Wenn der Gast fertig ist, kommt alles wieder zu uns zurück, wird gereinigt und für den nächsten Gast vorbereitet“, hält Bruckmayer sich streng an die Hygienevorschriften. Serviert wird mit Mund-Nasen-Maske, an die Gesichtschilder konnte sich Bruckmayer nicht gewöhnen. „Es geht gut mit den Gästen, alle sind sehr diszipliniert“, zieht Bruckmayer Resümee.

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Neueröffnung durfte Petra Zausnig den Dorfladen in Niedersulz wieder für Gäste öffnen. In der kleinen Stube werden Imbisse, Kaffee und Mehlspeisen serviert. Gerne nutzen die Gäste den gemütlichen Treffpunkt für ein ausgiebiges Frühstück – und auch am Tag eins nach dem Shutdown finden sich die Niedersulzer ein. „Es läuft langsam an“, so die Betreiberin. Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen funktionieren, die Gäste sind diszipliniert. Mit der Gesichtsmaske kann sich Zausnig nicht so recht anfreunden: „Es ist ein komisches Gefühl, ich fühle mich damit ein bisschen außen vor.“

Der Dorfladen ist auch Postpartner und Verkaufsstelle von regionalen Lebensmitteln. Dieser Bereich war während der letzten Monate geöffnet. Zausnig freut sich, jetzt wieder Gäste bewirten zu dürfen. Bei Schönwetter steht auch ein Außenbereich auf der Terrasse mit Blick ins Grüne zur Verfügung.

Wirtin Eva Unger mit „Baby-Elefant“ auf der Schank. Dieser soll den Platz reservieren, damit sich kein Gast verbotenerweise an die „Budel“ stellt.
Smax

Am 29. Februar waren die gröbsten Umbau- und Renovierungsarbeiten im „Relish Peak“-Pub in Leopoldsdorf beendet und es konnte eröffnet werden. Eva Unger hatte das Lokal neu gepachtet und sich damit ihren Lebenstraum erfüllt. Am 15. März mussten alle Gastro-Betriebe wegen der Coronakrise schließen, auch das „Relish Peak“. Unger konnte der Misere aber auch etwas Positives abgewinnen: „Wir haben die Zeit genützt, um alle Feinarbeiten zu erledigen, die den Lokalbetrieb vielleicht ein wenig beeinträchtigt hätten.“

Die Wirtin suchte um keine finanzielle Förderung an: „Da wir so kurz vor der Krise Geldmittel für den Umbau aufgenommen haben, ist alles gut gegangen. Wir brauchten fast nichts für die Fixausgaben.“ Unger hat auch jetzt nicht vor, um Unterstützung anzusuchen: „Seit der Wiedereröffnung am Freitag haben wir das Lokal so ausgerichtet, dass die Abstände der Tische passen, dadurch verliere ich leider Platz für 60 Personen.“

Und wie liefen die ersten Tage? Unger: „Die Leute waren eher zaghaft, weil ursprünglich verbreitet worden war, dass sie reservieren müssen. Dann kam die Meldung, dass es kein Muss ist, sondern eine Empfehlung. Das Ganze war schon ein wenig verwirrend.“ Die Wirtin hatte keinen einzigen Laufkunden. Alle hatten vorher reserviert. „Wir werden das irgendwie meistern müssen, bis der Alltag wieder einkehrt“, so Unger abschließend.