Geldwäsche wegen Schulden: Haft!. 36-Jähriger versteckte Geld aus Betrügereien in Schließfach: Fünf Jahre Haft.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 28. Juni 2020 (01:10)
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Kreditbetrügerei, Geldwäscherei, Zuhälterei und illegaler Waffenbesitz – das waren die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, mit denen sich ein 36-jähriger Beschuldigter aus dem Bezirk Gänserndorf konfrontiert sah. Er hatte mehrere Bekannte dazu animiert, durch Betrug an Geld zu kommen. In seinem Schließfach wurden 225.000 Euro aufgefunden.

Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Geldsumme steuerte Frau H. bei. Sie wurde in das kriminelle Unterfangen des 36-Jährigen hineingezogen und spielte eine zentrale Rolle in der Gerichtsverhandlung: Der Beschuldigte hatte sich mehrmals von ihr Geld geben lassen, jedoch nie etwas zurückgezahlt.

Den Anfang machte ein Darlehen in Höhe von fast 39.000 Euro im Jahr 2013. Die junge Frau erhielt nichts zurück, doch der mutmaßliche Betrüger bekam von ihr noch einmal 80.000 Euro. Das verwunderte Richter Martin Bodner. Als Zeugin sagte die Frau später jedoch aus, dass die Geldsumme ein Geschenk gewesen sei. Allerdings bekam der Mann von ihr erneut 50.000 Euro für eine Investition, die sich als Nullnummer herausstellen sollte. Die junge Frau hatte für den 50.000-Euro-Kredit allerdings eine gefälschte Lohnbestätigung vorgelegt.

Genug Geld hatte der Angeklagte offenbar noch nicht, denn er überredete seine Partnerin zur Prostitution und machte sich somit der Zuhälterei strafbar. „Es sind ihr die Bedingungen der Prostitution aufoktroyiert worden. Wenn sie nicht gespurt hat, hat er sie aufs Übelste fertiggemacht“, klagte der Staatsanwalt. Der Verteidiger sah das anders: Es sei ein gemeinsamer Beschluss gewesen.

Wie beschreibt der 36-Jährige das Verhältnis? „Wir waren nicht fix zusammen, aber standen uns sehr nahe.“ Dass der Beschuldigte eine Freundin hatte, sei H. bewusst gewesen.

Ergaunertes Geld in Schließfach versteckt

In seinem Schließfach im Palais Coburg, das auf seinen Bruder angemeldet war, sammelte sich jedenfalls das Geld an. „Damit ich schneller Zugriff habe – raschen Zugriff auf mehr Bargeld“, begründete der Beschuldigte. Richter Bodner nahm ihm das nicht ab und hakte nach: „Sie wollen mir doch nicht ernsthaft erklären, dass es der Flexibilität dient, wenn man sein gesamtes Geld in ein Schließfach steckt?“

Das Geld benötigte der 36-Jährige für sein Lokal, für ein Ausgleichsverfahren und Investitionen. Außerdem verspielte er jährlich vierstellige Beträge. Bodner verwies in der Urteilsverkündung zudem auf die Schulden des Mannes. Deshalb habe er das Geld versteckt und sich somit auch der Geldwäsche strafbar gemacht.

Das Urteil des Richters: fünf Jahre Gefängnis. Der Mann und sein Verteidiger erbaten Bedenkzeit.