Gemeinderatswahl: Wo wird es nun spannend?. In Matzen, Groß-Enzersdorf, Obersiebenbrunn und Untersiebenbrunn wackeln die Chefsessel.

Von Thomas Schindler, Stefan Havranek und Edith Mauritsch. Erstellt am 24. Dezember 2019 (05:27)
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Gänserndorfs VP-Bürgermeister René Lobner dürfte wieder Stadtchef werden.
Photovoxi

NOEN

Am 26. Jänner 2020 werden in NÖ neue Ortsparlamente gewählt, somit auch in den 44 Gemeinden des Bezirks Gänserndorf. Hier kämpfen 30 ÖVP-, elf SPÖ- und drei Listen-Bürgermeister um den Verbleib in ihren Ämtern. Die Türkisen treten in allen Gemeinden an, die Roten und SP-nahe Listen in 37, die Blauen in 27, die Grünen in zehn und die NEOS in zwei Kommunen.

Für Matzens Listenbürgermeisterin Claudia Weber wird es schwer, das Amt zu halten.
NÖN

Wo wird es spannend? Sicherlich in Matzen-Raggendorf, wo sich Bürgermeisterin Claudia Weber mit der SPÖ zerwarf und nun mit einer eigenen Liste kandidiert.

Ob sie genügend Stimmen bekommt, um den Gemeindechefsessel behalten zu können, wird allgemein bezweifelt.

Schönkirchens Listenbürgermeister Peter Hofinger sollte erneut den Ortschefsessel holen.
NÖN

Auch in Schönkirchen-Reyersdorf regiert derzeit ein Parteiabtrünniger: Peter Hofinger hatte sich vor der Wahl 2015 mit der ÖVP zerstritten – trotzdem schaffte er es, mit einer eigenen Liste wieder das Bürgermeisteramt zu holen. Dies sollte ihm auch diesmal gelingen.

Obersiebenbrunn: OBL als neue Liste „LOS“

Dass in der Bezirkshauptstadt Gänserndorf René Lobner mit seiner Volkspartei wieder die meisten Stimmen holen wird, scheint so gut wie sicher. Spannend wird es aber, wenn es danach um die Koalitionsverhandlungen geht.

Derzeit gibt es in Gänserndorf bekanntlich das freie Spiel der Kräfte. Mit den kritischen Grünen will Lobner sicherlich nicht, dann eher mit den Blauen oder Roten.

Groß-Enzersdorfs SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec muss um ihren Sessel bangen.
SPÖ

Über eine hauchdünne Mehrheit verfügt derzeit Groß-Enzersdorfs SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec mit den Grünen als Koalitionspartner. Verlieren die Roten zu viele Stimmen, ist vermutlich auch der Ortschefsessel weg.

Gar nicht erst kandidieren dürfen die Genossen in ihrer ehemaligen Hochburg Marchegg. Aufgrund eines selbst verschuldeten Formalfehlers sind sie von der Wahl ausgeschlossen. ÖVP-Bürgermeister Gernot Haupt darf somit von einer absoluten Mehrheit träumen.

In Obersiebenbrunn ist politisch immer für Spannung gesorgt: Der amtierende SP-Bürgermeister Herbert Porsch ist seit Mai 2018 im Amt und wurde per Los zum Ortschef. Derzeit verfügt er über sieben Mandate, die ÖVP hat vier, die Bürgerlisten GO7 (sechs) und OBL (zwei Mandate) komplettieren das Ortsparlament.

Die OBL geht als neue Liste „LOS“ in die Gemeinderatswahl, die GO7 konnte sich Ex-Bürgermeister Kurt Steindl als Spitzenkandidaten ins Boot holen und auch die FPÖ wird mit einem neuen Team ins Rennen um die Plätze im Gemeinderat gehen.

Spannend könnte es auch in Untersiebenbrunn werden. Auf dem Papier sieht die Mandatsverteilung (ÖVP 5, SPÖ 11, FPÖ 3) recht klar aus, die Genossen mussten aber in der laufenden Gemeinderatsperiode bereits zwei Mal den Bürgermeister tauschen – von Rudolf Plessl zu Reinhold Steinmetz zum aktuellen Ortschef Helmut Wagner. Und die Freiheitlichen sind in der Heimatgemeinde von Landtagsabgeordnetem Dieter Dorner immer für ein starkes Ergebnis gut.

Brisanz birgt Groß-Schweinbarth. Die SPÖ, die dort derzeit neun Sitze innehat, tritt jetzt nur mit einer Person an. Sollte die SP ihren Mandatsstand halten, droht eine Wahlwiederholung.

Einen Überblick über die Spitzenkandidaten aller Parteien findet ihr in der Printausgabe und im ePaper.

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