Georg Grund-Groiss: „Lernen, mit Krise zu leben“. AMS Gänserndorf-Geschäftsstellenleiter Georg Grund-Groiss berichtet: 886 Arbeitslose weniger im Bezirk als vor einem Jahr.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 10. April 2021 (04:22)
Freut sich über gesunkene Arbeitslosenzahlen: Georg Grund-Groiss.
FranzBaldauf, FranzBaldauf

Ende März waren beim AMS Gänserndorf 4.782 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 15,6 % oder 886 Personen weniger als vor einem Jahr. Die Wirkungen des ersten Lockdowns der Corona-Krise waren Ende März 2020 erstmals in der Arbeitsmarktstatistik sichtbar geworden.

„Dieser Rückgang der Arbeitslosigkeit zeigt uns vor allem, dass wir am Arbeitsmarkt bis zu einem gewissen Grad gelernt haben, mit der Pandemie zu leben“, sagt der Geschäftsstellenleiter des AMS Gänserndorf, Georg Grund-Groiss. Im März 2020 war der Frühjahrsstart am Bau von heute auf morgen abgesagt. Längere Zeit gab noch kein Take-away in der Gastronomie und weniger Zustellgeschäft. Auch die Beschäftigung in den Impf- und Teststraßen war erst später aufgebaut worden.

Daher liegt die Arbeitslosigkeit am Bau (-188 Vorgemerkte oder -37,1 %) und im Bereich Metall/Elektro (-119 Vorgemerkte oder -25,4 %) heute deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Selbst in Tourismus und Gastronomie sind beim AMS Gänserndorf heute um 149 Personen weniger arbeitslos vorgemerkt (-28,4 %) als Ende März 2020.

„All das relativiert aber nicht die Dramatik der Krise und die tiefe existenzielle Herausforderung für sehr viele Menschen“, meint Grund-Groiss. Die größte Bitterkeit liege in der hohen Langzeitarbeitslosigkeit: 1.580 Personen sind im Bezirk Gänserndorf bereits über ein Jahr lang arbeitslos, um 610 oder 62,9 % mehr als vor einem Jahr.

Das AMS stemmt sich mit konsequenter Arbeitsvermittlung und mit Qualifizierung in Zukunftsberufen gegen die Verfestigung der Arbeitslosigkeit. Ende März waren bereits 775 ansonsten arbeitslose Menschen in Schulungen des AMS Gänserndorf. 616 offene Stellen waren Ende März beim AMS Gänserndorf zur sofortigen Besetzung gemeldet.