Gewalt an Frauen: Die SPÖ schlägt Alarm. 2019 wurden im Bezirk Gänserndorf 62 Betretungsverbote ausgesprochen. Sozialdemokraten wollen mit einer Kampagne auf Schicksale der Opfer aufmerksam machen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Dezember 2020 (03:26)
Die Bezirksfrauen-Vorsitzenden Sabine Hofirek (Gänserndorf), Claudia Musil (Mistelbach), Sandra Gerbsch-Kreiner (Korneuburg) und Elke Stifter (Hollabrunn) mit einem der Plakate, die es in vier verschiedenen Varianten gibt und die noch bis bis 10. Dezember zu sehen sein werden.
: SPÖ

Gewalt in der Familie macht auch vor dem Weinviertel nicht halt. Im Jahr 2019 gab es in Österreich 8.748 Betretungsverbote, davon 62 im Bezirk Gänserndorf. Zum Vergleich: In Hollabrunn waren es 39 und in Mistelbach 37.

„Das Erschreckende ist, dass sich die Zahlen in Krisenzeiten wie während des Corona-Lockdowns noch zu verschlimmern scheinen, da Isolation auch Spuren von Gewalt verbergen hilft. Wir dürfen Frauen jetzt nicht allein lassen und müssen alles tun, um Gewalt zu verhindern“, sind sich die Weinviertler SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzenden Sandra Gerbsch-Kreiner (Korneuburg), Claudia Musil (Mistelbach), Elke Stifter (Hollabrunn) und Sabine Hofirek (Gänserndorf) einig.

Daher finden vom 25. November bis 10. Dezember die „16 Tage gegen Gewalt“ statt. Die SPÖ-Frauen fordern einen raschen Ausbau der Gewaltschutz- und Frauenberatungseinrichtungen in ganz Österreich, ein Soforthilfepaket von 5 Millionen Euro, einen nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen, österreichweite Hochrisiko-Fallkonferenzen und mehr Mittel für Prävention.

Um die Forderungen auch sichtbar zu machen, werden in der Zeit vom 25. November bis 10. Dezember verschiedene Plakat-Sujets an zentralen Stellen im Weinviertel aufgestellt (z. B. auf Hauptplätzen, Bahnhöfen, usw.). Fotos und Selfies und damit verbundene Kommentare in den sozialen Medien animieren, um das Thema „Gewalt an Frauen“ auf breiter Basis bewusst zu machen.

„Die Beratungseinrichtungen sind eine wichtige Stütze in der Not. Sie müssen jetzt massiv ausgebaut werden, damit Frauen rasch Hilfe bekommen“, so die Weinviertler Bezirksfrauenvorsitzenden. Und weiter: „Lassen wir Frauen jetzt nicht alleine und machen wir alles, um sie zu unterstützen!“

Zur Information: 19.943 Opfer familiärer Gewalt wurden von den Gewaltschutzzentren/Interventionsstellen betreut. 83 Prozent der Opfer waren Frauen und Mädchen, 90 Prozent der Gefährder waren Männer.