Größter Wunsch ist der Straßenbau. Der Bau der S1 und der S8 bedeuten in vielen Bereichen einen Aufschwung für den Bezirk. Diesen wünschen sich die Parteien. Wenn die Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen zwei Wünsche für den Bezirk frei hätten, was wäre das? Was soll noch heuer realisiert werden, was in fünf Jahren? Diese Fragen stellte die NÖN den wahlwerbenden Parteien.

Von Thomas Schindler und Sandra Frank. Update am 17. Januar 2018 (04:02)
NÖN, privat, FPÖ
Amrita Enzinger (Grüne), Dieter Dorner (FP) , Roland Reidinger (NEOS), Karin Renner (SP), René Lobner (VP) 

Der Bau der Schnellstraßen S1 und S8 ist der große Wunsch, den fast alle Spitzenkandidaten der Landtagswahlen hegen: Mit der Donauquerung und der Anbindung des Bezirks an höherrangige Straßennetze würden viele Probleme im Bezirk gelöst.

„Tausende Pendler stehen täglich stundenlang im Stau auf der A 23 und den Zubringern“, meint Dieter Dorner, Spitzenkandidat der Freiheitlichen. Das koste Zeit, Treibstoff und belaste die Umwelt unnötig durch Abgase. Nicht nur den Pendlern wäre durch eine rasch errichtete Donauquerung geholfen. „Sie ist auch Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung des Bezirks.“

„Es würden sich Betriebe ansiedeln“Karin Renner

Die Marchfeld-Schnellstraße ist auch der größte Wunsch von Landeshauptfrau-Stellvertreterin Karin Renner. Würde die S8 noch heuer in Betrieb gehen, „wären auf einen Schlag die Pendler- und Anrainer-Plagen beendet“, meint die Sozialdemokratin. Und: „Es würden sich Betriebe ansiedeln“, ist sie überzeugt.

Die Anbindung seines Bezirks an die Verkehrsadern nennt auch VP-Abgeordneter René Lobner zuerst: „Ich wünsche mir, dass alle wichtigen Entscheidungen möglichst zeitnah getroffen werden und wir in der Region durchstarten können“, erwartet auch er die Entscheidungen in Bezug auf die S1 und die S8 sehnsüchtig. Seine kurzfristigen wie auch langfristigen Wünsche für den Bezirk hängen zusammen: Durch den Bau der beiden Schnellstraßen können durch Betriebsansiedelungen Arbeitsplätze geschaffen werden.

Damit wäre auch der größte Wunsch von Amrita Enzinger, Spitzenkandidatin der Grünen erfüllt: „Ich hätte gerne, dass bis Ende des Jahres jede Person, die in unserem Bezirk Beschäftigung sucht, diese auch findet.“ Zusatz: Die Menschen sollen damit auch zufrieden sein und ihren Lebensunterhalt bestreiten können, so die Grüne.

Bezirk braucht ein nachhaltiges Konzept

Roland Reidinger, Spitzenkandidat der NEOS, schlägt ähnliche Töne an. Seine Wünsche für den Bezirk würden ein ganzheitliches und nachhaltiges Konzept erfordern: „Das geht nicht von heute auf morgen. Andererseits möchte ich auch nicht, um ein Beispiel zu nennen, weitere 20 Jahre auf eine S8 warten.“ Reidinger beobachtet, dass viele der neuen Bürger noch nicht in der Region angekommen sind. Das würde er gerne ändern: „Erst durch beispielsweise dem Schulbesuch der eigenen Kinder wird man Teil der Community“, meint er. Jeder Schritt, der in die Richtung gehe, dass die Region auch „erlebt“ werden und in diesem Jahr umgesetzt werden kann, „wäre ein Erfolg“.

Enzinger hält es für realistisch, den Bezirk innerhalb der nächsten fünf Jahre zu einer Vorzeigeregion in Sachen Mobilität zu machen. Dafür bedürfe es massiver Investitionen in den schienengebundenen Verkehr, beispielsweise eines Viertelstunden-Takts bis nach Hohenau und von Wien nach Marchegg.

Eine funktionierende Gesundheitsversorgung mit einem vollwertigen Spital in der Bezirkshauptstadt nennt Dorner als seinen langfristigen Wunsch. Lobner will die medizinische Versorgung in der Stadt ebenfalls ausbauen. Für das Marchfeld wünscht sich der Landtagsabgeordnete, dass es 2021 die Landessausstellung ausrichten darf. „Das bedeutet einen Turbo für die Region und wäre eine tolle Sache.“

Auf eine „erfolgreiche NÖ Landesausstellung“ will auch Karin Renner in fünf Jahren zurückblicken können. Ein weiterer ihrer Wünsche deckt sich mit jenem der Grünen-Kandidatin: „Ich wünsche mir eine große Anzahl an qualifizierten und hoch dotierten Arbeitsplätzen sowie ein wirtschaftliches Gedeihen in der Region.“