Hochspannung: 200 Mio. € für neue Leitung

Weinviertel-Leitung wird komplett ersetzt. Neusiedl bekommt modernes Umspannwerk.

Nina Wieneritsch Erstellt am 19. November 2018 | 04:13
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440_0008_7423270_mar46nina_strom Symbolbild Strommast Strom Hochspannungsleitung
Die neue 380-kV-Leitung soll dem Ausbau erneuerbarer Energien in der Region entgegenkommen.
Foto: Shutterstock/Mister_Knight

Auf einer Länge von 77 Kilometern und von insgesamt 255 Strommasten getragen, erstreckt sich die Weinviertel-Leitung von Seyring bis zur Staatsgrenze in Bernhardsthal (beide Bezirk Mistelbach). Dazwischen zieht sie sich durch den Bezirk Gänserndorf, und das bereits seit 70 Jahren. Bislang wurde sie mit einer Spannung von 220 kV betrieben. Nun wird sie durch eine neue 380-kV-Leitung ersetzt.

200 Mio. Euro lässt sich die Betreiberfirma Austrian Power Grid (APG) dies kosten, die Bauarbeiten sollen im Sommer 2019 starten. Der Grund für den Austausch ist die Sanierungsbedürftigkeit der alten Leitung.

„Neue Leitung bringt Qualitätsverbesserung“

Daneben erhofft man sich weitere Vorteile für die Region: „Die neue Leitung schafft eine wesentliche Qualitätsverbesserung der Stromversorgung“, so APG-Technik-Vorstand Gerhard Christiner. Und: „Von der Investition profitieren regionale Betriebe.“ Auch dem Ausbau der erneuerbaren Energie aus Wind und Sonne werde damit Rechnung getragen.

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Die alte 220-kV-Leitung (gelb) wird durch eine neue 330-kV-Leitung (rot, gepunktet) ersetzt. Letztere soll insgesamt knapp über 60 Kilometer lang sein und damit um etwa 15 Kilometer kürzer als die alte.
APG

Die neue Leitung wird westlich der bestehenden errichtet (siehe Darstellung). Durch eine optimierte Trassenführung soll sie um etwa 15 Kilometer kürzer sein und mit 53 weniger Masten auskommen als die alte, wird sich aber ebenso von Wolkersdorf (Bezirk Mistelbach) bis zur Staatsgrenze erstrecken. Die Neuerung: Zwischen Seyring und Neusiedl wird sie mit einer Spannung von 380 kV geführt. In Neusiedl soll zudem das neue Umspannwerk Zaya errichtet werden, in dem die Leitung an die bestehende 220-kV-Leitung angeschlossen wird. Zusätzlich wird die neue Leitung dort an das bestehende regionale 110-kV-Netz anschließen.

Das Projekt hätte eigentlich schon früher auf Strecke gebracht werden sollen, bereits im Februar wurde es von der Landesregierung genehmigt. Da der positive UVP-Bescheid damals beeinsprucht wurde, prüfte das Bundesverwaltungsgericht. Vergangene Woche wurde die Beschwerde als unbegründet abgewiesen. Die Arbeiten sollen 2022 abgeschlossen sein. Nach der Inbetriebnahme der neuen Leitung wird die alte demontiert.