Illegales Treiben: Achtung vor Mülljägern. Der Gemeindeverband für Umweltaufgaben warnt vor unbefugten Sammlern im Bezirk Gänserndorf, die Sperrmüll von Privathäusern abholen, zerlegen und nicht ordnungsgemäß entsorgen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 04. August 2021 (05:41)
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Alte Geräte werden ohne Berechtigung abgeholt.
NOEN

Illegale Sperrmüllsammler aus benachbarten Ländern sind derzeit im Bezirk unterwegs und bewerben ihre Tätigkeit mit Flugblättern. So manchem Haushalt flatterte ein Zettel in den Postkasten, mit teils sehr konkreten Angaben darüber, was denn alles „gesammelt“ werden kann.

Doch mag es noch so bequem sein, seinen Sperrmüll von der Haustüre aus wegtransportieren zu lassen – legal ist es nicht. Der Obmann des Gemeindeverbandes für Umweltaufgaben, kurz G.V.U., Hermann Gindl klärt auf: „Da sie über keine Sammelberechtigung nach den abfallrechtlichen Bestimmungen verfügen, sind solche Sammlungen illegal. Auch als Bürger begeht man einen Gesetzesverstoß, wenn Abfälle an nicht berechtigte Sammler übergeben werden.“

Sollte man hoffen, ausgediente Geräte würden repariert werden und in den Heimatländern der Sammler wieder zum Einsatz kommen, liegt man leider meist falsch, wie G.V.U.-Obmann-Stellvertreter Ludwig Deltl berichtet. Die illegalen Sammler „picken“ sich nur die wertvollen Rohstoffe wie Alteisen oder Buntmetalle heraus. Elektronikaltgeräte zählen außerdem zu den gefährlichen Abfällen und dürfen nur von befugten Sammlern übernommen werden, die für eine ordnungsgemäße – und umweltschonende – Entsorgung bürgen.

Die Abfälle landen meist im Graben

Zuerst einmal wird fast alles mitgenommen. Was sich dann später als wertlos entpuppt, wandert zumeist in den nächsten Graben oder Windschutzgürtel – ebenso wie jene Geräte, aus denen das wertvolle Buntmetall herausgezwickt worden ist. Solche illegalen Ablagerungen müssen dann von der Gemeinde oder vom G.V.U. mit viel Aufwand und Kosten entsorgt werden. G.V.U.-Geschäftsführerin Kathrin Dürr dazu: „Die Polizei-Inspektionen im Verbandsgebiet werden bei den Sammelzentren und den mobilen Sammlungen verstärkt diese Sperrmüllbrigaden kontrollieren.

Der G.V.U. kalkuliert die Müllgebühren kostendeckend und zählt dabei auf die Erlöse aus dem Wertstoffverkauf, insbesondere von Altmetallen. Nur wenn diese Wertstoff-Erlöse zuverlässig bleiben, können die Müllgebühren niedrig bleiben.

Wenn man als Abfallbesitzer die illegalen Sperrmüllsammler nicht unterstützt, schützt man die Umwelt und hilft dem G.V.U., eine ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Abfallentsorgung zu garantieren.

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