Keine Job-Flaute mehr am Stellenmarkt. Die wirtschaftliche Boom-Phase macht sich beim AMS bemerkbar: Erstmals seit fünf Jahren geht die Arbeitslosigkeit zurück.

Erstellt am 09. Oktober 2017 (16:51)
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Alfred Walbert, Geschäftsstellenleiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Gänserndorf, informiert über aktuelle Zahlen.
NOEN, AMS

Die leichte Erholung des Gänserndorfer Arbeitsmarktes setzte sich im September fort. „Erstmals seit fünf Jahren geht die Arbeitslosigkeit auf breiter Front zurück. Alle Indikatoren zeigen positive Signale“, freut sich Gänserndorfs AMS-Geschäftsstellenleiter Alfred Walbert. Und er ergänzt: „Wenn die Saisonarbeitslosigkeit moderat verläuft, ist auch in den nächsten Monaten mit einer rückläufigen Arbeitslosigkeit zu rechnen.“

Ende September waren 3.917 Personen beim AMS Gänserndorf arbeitslos vorgemerkt – um 1,1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Aufgrund struktureller Nachteile des Bezirkes liegen wir aber unter dem Landesschnitt“, so Walbert (in NÖ sank die Arbeitslosigkeit um 6,2 Prozent, österreichweit um 6,3 Prozent). Trotzdem weisen einige Indikatoren auf eine tiefergreifendere Erholung des Bezirkes hin. So stiegen die Arbeitsaufnahmen im September mit einem Plus von 7,9 Prozent kräftig.

„Davon profitieren alle Sparten, sowohl im Produktions- als auch im Dienstleistungsbereich“, sagt Walbert. Ebenso kräftig stieg die Beschäftigung: um 1,9 Prozent auf 43.184 unselbstständig Erwerbstätige im Bezirk. Die Arbeitslosenquote sank um 0,5 Prozent und steht nun bei 8,8 Prozent.

Am meisten profitieren junge Menschen bis 25 Jahre von dem Aufschwung – der Vorgemerktenstand sank hier um 7,8 Prozent. Auch bei Personen mit lediglich einem Pflichtschulabschluss sank der Vorgemerktenstand um 2,2 Prozent, denn: „Die wirtschaftliche Boomphase bietet vermehrt auch Jobs, die keine spezielle Qualifikation erfordern“, weiß Walbert.

Die „Generation 50+“ hat es am schwersten

Auch der Stellenmarkt boomt. Mit 235 sofort besetzbaren offenen Stellen gibt es im Bezirk um 34 Prozent mehr Jobs als im Jahr davor. Sorgenkind bleiben mit einem Arbeitslosen-Plus von 5 Prozent die Älteren. „Ende September waren 1.396 Menschen, die beim AMS Gänserndorf arbeitslos vorgemerkt waren, älter als 50 Jahre. Obwohl die Beschäftigung von Älteren mit einem Plus von 5,9 Prozent steigt, suchen mehr Personen eine Beschäftigung, als der Arbeitsmarkt aufnehmen kann“, so Walbert.

Mit der Aktion „20.000“ wird das AMS ab Jänner für Gemeinden und gemeinnützige Einrichtungen die Lohnkosten bis längstens 30. Juni 2019 übernehmen, wenn sie zusätzliche Beschäftigungsplätze schaffen. „Das sollte eine Trendwende für diese benachteiligte Arbeitsmarktgruppe bringen“, hofft Walbert.