Kriminalstatistik zeigt großen Anstieg bei Kinderpornos. Andere Straftaten nahmen teilweise zu. Insgesamt wurden 3.500 Delikte verübt: Knapp die Hälfte konnte geklärt werden.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 09. Mai 2019 (05:36)
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„Die Kriminalstatistik hat sich im Bezirk etwas verschlechtert“, informiert Chefinspektor Gerald Reichl vom Bezirkspolizei-Kommando. In vielen Bereichen sei 2018 ein leichter Anstieg der Delikte zu verzeichnen gewesen. Die Gesamtzahl blieb aber mit 3.457 (2017: 3.452) fast gleich.

„Wir arbeiten besonders im Jugendbereich daran, dass die Delikte weniger werden“, erklärt Reichl. Er spricht hier Fälle von Körperverletzungen an, die in der Altersgruppe der 10- bis 30-Jährigen am häufigsten auftreten: von 269 passierten 134 in dieser Altersgruppe.

Aber auch Straftaten wie Mobbing, Verhetzung oder die Weitergabe von Nazi-Abzeichen und -Symbolen werden via Social Media teilweise bereits von unter 10-Jährigen verübt. Reichl: „Uns sind hier Grenzen gesetzt – es muss an die Verantwortung der Eltern appelliert werden.“

Kinder und Jugendliche teilen Pornos via Handy

Auch die Verbreitung pornografischer Videos, die Minderjährige zeigen, geschehe vielfach durch Kinder und Jugendliche. „Diese teilen derartige Videos – oft von der eigenen Freundin – mit ihrem Handy“, weiß Reichl. Im Bereich der pornografischen Darstellung Unmündiger war der massivste Anstieg aller Sexual-Straftaten zu verzeichnen.

Chefinspektor Gerald Reichl vom Gänserndorfer Bezirkspolizei-Kommando.
BPK

Sichtbare Wirkung zeige die Präventionsarbeit bei den Einbruchsdiebstählen: „Im Jahr 2009 ereigneten sich im Bezirk 336, 2018 waren es 116.“ Bei rund 50 davon sei es überhaupt nur beim Versuch geblieben.

Auch die Diebstähle von Fahrrädern und Autos sanken. Taschendiebstähle und Diebstahl von Kupfer wurden hingegen mehr. Auch Betrugsanzeigen wegen Cyberkriminalität nahmen zu. Insgesamt stiegen die Delikte im Bereich „Strafbare Handlungen gegen fremdes Vermögen“, der sämtliche Diebstähle und Ähnliches umfasst, von 2.195 auf 2.228 an.

Strafbare Handlungen gegen die Freiheit – Nötigung, beharrliche Verfolgung oder gefährliche Drohung – wurden weniger: Sie sanken von 175 auf 159 Delikte, von denen die meisten innerhalb von Familien auftraten.

Ein weiterer großer Bereich sind Suchtmittel: Bei den angezeigten Konsumenten wurde ein Rückgang von 32 verzeichnet. Ermittler brachten aber gleichzeitig um 26 mehr Anzeigen gegen Dealer und Erzeuger als im Vorjahr ein.

Insgesamt wurden von der Polizei 49 % alle Fälle aufgeklärt – um 1,5 % mehr als 2017.