Küchenbetrug: 20 Monate bedingt. Bezirk Gänserndorf: 60-jähriger Wiener bot Ehepaar Küche um 19.000 Euro an. Angeklagter zeigte sich geständig.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 15. November 2020 (04:38)
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Ein 60-jähriger Wiener bot einem Ehepaar aus dem Bezirk eine Küche für rund 19.000 Euro zum Kauf an. Am Landesgericht Korneuburg vor Richter Dietmar Nußbaumer erzählte der wegen Betrugs im Zusammenhang mit dem Küchenkauf angeklagte Pensionist freimütig: „Wenn wir‘s nicht schwarz gemacht hätten, hätte die Küche 12.000 Euro mehr gekostet.“

Das überhörte der Richter geflissentlich und wollte vom Angeklagten, der ohne anwaltliche Vertretung erschienen war, wissen, ob er das Ehepaar vor dem Kauf über seine persönliche finanzielle Situation aufgeklärt habe. Dies wurde verneint.

Der Anlass für Nußbaumers Frage war eine bedingte Vorstrafe wegen nicht eingehaltener Unterhaltszahlungen im Ausmaß von zwei Monaten bedingter Freiheitsstrafe und die Tatsache, dass der Mann in Privatkonkurs ist.

Der Angeklagte war geständig, was ihm Richter Nußbaumer insofern hoch anrechnete, als es für ihn der einzige Grund war, auch in diesem Verfahren eine bedingte Strafe auszusprechen – nämlich 20 Monate. Das Gericht verurteilte ihn auch zur Schadenswiedergutmachung (19.600 Euro).