„Lockdown trifft den Handel hart“. Wirtschafts- und Arbeiterkammer über die Auswirkungen der neuen Corona-Maßnahmen.

Von Stefan Havranek und Edith Mauritsch. Erstellt am 18. November 2020 (04:14)
Die Gänserndorfer Bahnstraße war bereits beim ersten Lockdown im März beinahe menschenleer.
Mattes

„Alle Branchen, die im Weihnachtsgeschäft einen Gutteil ihres Umsatzes machen, trifft der Lock-down hart. Hier ist vor allem der Handel zu nennen“, prognostiziert Gänserndorfs Wirtschaftskammer-Obmann Andreas Hager.

Für das Gewerbe und Handwerk sieht er die Situation verhältnismäßig „entspannter“. „Dort wird die Arbeit weitergehen, auch Lieferung und Montagen sind meines Wissens erlaubt“, so Hager, der betont, dass dies natürlich unter Sicherheitsvorkehrungen geschieht.

Immer wieder Lieferverzögerungen

Verzögerungen gebe es immer wieder in den Lieferketten, dies allerdings schon seit dem Frühjahr. „Wir bestellen Küchengeräte sofort nach Vertragsabschluss, auch wenn wir sie erst in einigen Wochen benötigen würden. Es steht eben jetzt mehr auf Lager“, berichtet Hager, der eine Tischlerei in Auersthal führt. Es komme schon seit Beginn der Pandemie immer wieder zu Lieferverzögerungen, die Betriebe haben sich zwischenzeitlich darauf eingestellt.

Im Unterschied zum Frühjahr sieht Hager derzeit nicht die großen Aufregungen, man habe gelernt, sich zu arrangieren: „Wenn es nicht zu einem Nachfrageeinbruch kommt, haben wir noch nicht die großen Probleme. Die Aufträge sind vorhanden.“ Lobend hebt Hager die Klein- und Mittelbetriebe hervor: „Diese unternehmen alles Mögliche zum Schutz ihrer Kunden und ihrer Mitarbeiter.“

„Arbeitnehmer brauchen Recht auf Sonderurlaub“

Im Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis gebe es auch Unklarheiten, wie Gänserndorfs Arbeiterkammer-Chef Robert Taibl erläutert: „Wichtig wäre, jetzt wo Kindergärten und Schulen schließen, den Arbeitnehmern das Recht auf Sonderurlaub zu garantieren. Denn es gibt zwar eine Kinderbetreuungspflicht, aber kein Recht darauf.“ Auch das Thema Homeoffice sei brisant, dazu sei eine gute Vertrauensbasis zwischen Dienstgeber und -nehmer nötig, nach Anlaufschwierigkeiten im Frühjahr sei das System nun ausgereifter. „Außerdem geht es jetzt vermehrt um Kleinigkeiten, z. B. wer für Strom-, Internet- und Telefonkosten aufkommt.“

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