Lokalaugenschein: Was taugen die E-Busse?. Der VOR lud zu einer Probefahrt von Kollnbrunn über Raggendorf nach Gänserndorf und Wolkersdorf. Der Testbetrieb lief für die Betreiber nach Wunsch ab.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 04. Dezember 2019 (04:58)
Eine Fahrt mit dem E-Bus: Der VOR testete unter Praxisbedingungen die Tauglichkeit von Elektrobussen auf der Route 530 und 535. Vertreter von VOR und „EvoBus Austria“ standen für Fragen bereit.
Mauritsch

Welche Kilometerleistung bringt die Batterie? Wie ist um die Verlässlichkeit des E-Busses im Realeinsatz bestellt? Fragen, die der VOR derzeit mit Probefahrten auf den Routen der Buslinie 530 und 535 beantworten möchte. Eines vorweg – man ist mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

Zu einer Testfahrt waren Gemeindevertreter der Region und Presse geladen. Zurückgelegt wurde die Strecke von Kollnbrunn über Raggendorf nach Gänserndorf, Wolkersdorf und zurück. Hinsichtlich der Geschwindigkeit ist kein Unterschied zum Dieselbus zu bemerken, sehr wohl aber bei der Geräuschkulisse: Die beschränkt sich wegen des E-Antriebes auf die Rollgeräusche der Reifen.

„Wie ist der Lebenszyklus so einer Batterie?“, wollte die NÖN von Armin Radatz, Manager von „EvoBus Austria“, wissen und erfuhr: Etwa fünf Jahre kann die Nickel-Mangan-Kobalt Batterie im Bus eingesetzt werden, dann folgt ein sogenanntes „zweites Leben“ im Photovoltaik-Bereich von weiteren sechs Jahren. „Es gibt Techniken, die Batterie dann vollständig zu verwerten“, so Radatz.

"Nun sieht man, was den Verkehr verlangsamt"

Man setzt darauf, dass der Recyclingmarkt mit zunehmender Nachfrage noch kräftig wachsen werde. Wasserstoffbrennzellen könnten ab 2022 eingesetzt werden. Das Problem: Je schwerer der Energiespeicher, desto weniger Platz für Fahrgäste, da das Gesamtgewicht nach oben hin begrenzt ist.

Die Fahrt geht zügig voran, Chauffeur Otto Legerer manövriert das Fahrzeug gekonnt durch die Ortschaften. Nur in Groß-Engersdorf bildet sich schnell eine Schlange von mehreren Autos hinter dem Bus. Der Grund: Ein Traktor sorgt für Stau. Was dem Leiter der Busplanung VOR, Michael Reinbacher, zu der Aussage veranlasst: „Nun sieht man, was den Verkehr verlangsamt.“ Das wiederum ist eines der Pro-Bahn-Argumente der Busgegner.

Nach den erfolgreichen Testfahrten geht der VOR nun in die europaweite Ausschreibung. „Ziel ist es, ein hochwertiges Verkehrsunternehmen zu eruieren, dass eine verlässliche Bedienung im Sinne der Fahrgäste gewährleistet“, so Sprecher Georg Huemer. Neun Busse werden notwendig sein. Die Kosten pro Fahrzeug liegen bei 600.000 bis 700.000 Euro. Der Einsatz ist ab 2022 geplant.

Übrigens: Nur Groß-Schweinbarths VP-Bürgermeisterin Marianne Rickl und Mobilitätsbeauftragter Gemeinderat Heinz Längle (ebenfalls aus Groß- Schweinbarth) nahmen teil, für die anderen sei der Termin zu kurzfristig gewesen.

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