Mutter und Tochter vor Gericht. Eine 37-Jährige aus dem Bezirk Gänserndorf wurde wegen Betrugs am Landesgericht Korneuburg angeklagt. Die Tochter wird sich demnächst wegen Verleumdung und Falschaussage verantworten müssen.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 11. April 2021 (03:45)
Die 37-Jährige unterhielt Beziehungen zu zwei Männern, die ihr Geld für die Kaution der neuen Wohnung gaben.
NOEN, Die 37-Jährige unterhielt Beziehungen zu zwei Männern, die ihr Geld für die Kaution der neuen Wohnung gaben. Symbolfoto Shutterstock/Andrey_Popov

Eine 37-jährige Serbin wollte eine neue Wohnung mit ihren Kindern beziehen. Für die Anmietung war eine Kaution von 4.700 Euro fällig. Dafür, dass zwei Männer für diese Kaution zahlen mussten, jedoch immer noch 2.700 der Kaution ausständig sind, wurde die Frau am Landesgericht Korneuburg wegen Betrugs angeklagt.

Mit beiden Männern unterhielt die Frau Beziehungen. Der eine gab ihr 4.000 Euro in bar – ohne eine konkrete Rückzahlung zu vereinbaren. Der andere zahlte 2.000 Euro direkt an den Vermieter. Die Reinigungskraft gab sich am zweiten Verhandlungstag wesentlich weniger forsch als noch am 21. November 2020, als erstmals gegen sie verhandelt wurde.

Damals sagte ihre 17-jährige Tochter vor Richter Martin Bodner aus, bei der Polizei keine belastende Aussage gegen ihre Mutter gemacht zu haben. Sie habe nur unterschrieben, dass sie sich ihrer Aussage entschlägt, also den Polizisten unterstellt, ihre knapp einstündige Vernehmung zumindest unrichtig protokolliert zu haben.

Das wollte Bodner genauer wissen und ließ die zwei mit dem Fall befassten Beamten als Zeugen laden. Beide bestätigten, dass die 17-Jährige über ihre Rechte belehrt wurde. Einer der Polizisten konterkarierte die Anschuldigungen der Tochter und schilderte die Einvernahme als „kooperativ und sehr ausführlich“.

Verleumdung und Falschaussage seien die Delikte, wegen der sich der Teenager nun bald vor dem Landesgericht Salzburg, dem Wohnort der 17-Jährigen, zu verantworten haben wird, kündigte der Richter an.

Die „milieubedingten Unmutsäußerungen“ in der Familie, wie Verteidiger Zlatko Petronijevic es nannte, waren ebenfalls Thema. So drohte die 37-Jährige, sie werde den Mann, der sein Geld zurückverlangte, wegen Vergewaltigung Minderjähriger anzeigen. Nachdem sie bereits am 9. März 2020 zu einem Monat bedingter Freiheitsstrafe wegen Diebstahls verurteilt worden war, folgte nun eine bedingte Zusatzfreiheitsstrafe von vier Monaten.