Nahversorgung hat Zukunft: Vielfalt aus der Nähe. Geschäft gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Von Edith Mauritsch und Lisa Unterreiter. Erstellt am 27. November 2019 (05:05)
Edith Mauritsch

Gerade in Zeiten, in denen Umweltprobleme thematisiert werden, Bewusstsein geschaffen und zur Vernunft aufgerufen wird, spielt das Thema Regionalität eine große Rolle. Nicht zuletzt deswegen haben sich Nahversorger etabliert, die aufzeigen, dass Vielfalt so nah sein kann.

Die NÖN hat sich auf die Suche nach Nahversorgern im Bezirk gemacht, über ihren geschäftlichen Alltag gesprochen und auch Kunden zu dieser Thematik befragt.

Mal schnell einen Laib Brot holen oder die Einkaufsliste für das Wochenende abarbeiten – bei den Nahversorgern ist beides möglich. Reinhard Glück aus Spannberg ist einer davon: „Wir setzten auf Qualität und Kundenservice“, ist der Unternehmer überzeugt. Aus der Bäckerei entstand vor 20 Jahren das kleine Geschäft, wo der Kunde aber alles findet, was für den täglichen Bedarf vonnöten ist. Tiefkühlware, Milchprodukte, Wurstwaren – und natürlich allerlei aus der Backstube. Wasch- und Reinigungsmittel sind ebenfalls im Angebot, Fleisch kann bestellt werden.

Apropos Bestellung: Auf Wunsch wird ins Haus geliefert. „Wir bekommen viel positive Rückmeldung. Die Menschen schätzen es, ihren täglichen Bedarf im Ort decken zu können“, so Glück.

Das sieht auch Kundin Rosa Diem so: „Ich muss bloß über die Straße gehen und bekomme alles, was ich brauche. Speziell die Wurstwaren finde ich sehr schmackhaft.“ Im Laden herrscht reger Betrieb. Die beiden Verkäuferinnen haben alle Hände voll zu tun. Von gestressten Gesichtern jedoch keine Spur, für alle Kunden haben die Damen freundliche Worte, die eine oder andere Neuigkeit wird ausgetauscht.

Neben dem Hauptstandort Spannberg betreibt Glück Geschäfte in Velm-Götzendorf und Hohenruppersdorf. Dieser Tage eröffnet die Filiale in Gänserndorf. Unweit des Bahnhofes gelegen, setzt Glück dort auf To-Go-Produkte.

In Dobermannsdorf betreibt Anton Morawek seinen ADEG-Markt. Das Geschäft hält ein umfangreiches Sortiment bereit, aus dem Gemüseregal verführen knackige Salate geradezu zu gesundem Essen. Der umtriebige Kaufmann sieht seine Stärke vor allem in der Kundenfreundlichkeit: „Wir kennen alle persönlich, setzten auf breites Angebot und erfüllen gerne Spezialwünsche.“ Dazu gehören auch appetitlich angerichtete kalte Platten auf Bestellung.

Auch der Leiter der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Gänserndorf, Thomas Rosenberger, ist optimistisch: „Die Situation der Nahversorgung in den einzelnen Gemeinden im Bezirk Gänserndorf kann man als gut beschreiben.“ Jedoch sei eine flächendeckende Versorgung mit Nahversorgern, die über ein Vollsortiment verfügen, schwer zu erreichen.

„Wichtig ist der stete Kundenappell, auch beim Greißler im Ort einzukaufen, dies ist auch ein Steckenpferd der WKNÖ-Bezirksstelle Gänserndorf. Eines ist sicher: Spürbar für die Bevölkerung wird es erst dann, wenn der Nahversorger auf einmal weg ist“, ergänzt Rosenberger. Die Wichtigkeit von Regionalität bzw. Nahversorgern wird sehr schnell deutlich. Denn durch die Unterstützung dieser ist es den kleinen Unternehmen möglich, ihr Sortiment stetig zu erweitern und Kunden spezielle Service-Leistungen anbieten zu können.

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