Nationalratswahl: Diese Politiker treten an. Ziemlich fix ist nur Mandat für Plessl (SPÖ). Sogar Baumgartner (ÖVP) muss um Sitz zittern.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 24. August 2017 (05:42)

Zehn Parteien werden bei der Nationalratswahl am 15. Oktober österreichweit und damit auch im Bezirk Gänserndorf antreten: Die jetzigen Parlamentsfraktionen SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und NEOS, dazu die Listen des Ex-Grünen Peter Pilz, des ehemaligen Freiheitlichen Karl Schnell, der Ex-Stronach-Anhänger, des Kabarettisten Roland Düringer und die KPÖ.

Für den Bezirk Gänserndorf bzw. den neuen Wahlkreis Niederösterreich-Ost (umfasst die politischen Bezirke Gänserndorf und Bruck/Leitha) bedeutet das vorläufig Folgendes: Als VP-Spitzenkandidatin im Bezirk und Wahlkreis tritt die Sulzer Bürgermeisterin Angela Baumgartner an. Sie will den amtierenden VP-Nationalrat Hermann Schultes aus Zwerndorf, der nicht mehr antritt, beerben.

Baumgartner und ihre Partei haben aber ein Problem: Nachdem Gänserndorf nicht mehr zum Wahlkreis Weinviertel gehört, gibt es auch kein fixes Mandat mehr. „Wenn man sich die Stimmen der letzten Nationalratswahl im neuen Wahlkreis ansieht, geht sich für uns hier kein Mandat aus“, weiß auch VP-Bezirksgeschäftsführerin Helga Ebner.

Nachsatz: „Wir sind natürlich trotzdem zuversichtlich, einen Parlamentssitz zu holen.“ Aber selbst wenn die Schwarzen im Wahlkreis genügend Stimmen für ein Mandat schaffen, heißt dies noch lange nicht, dass auch Baumgartner in den Nationalrat einzieht. Da kommt nämlich das Vorzugsstimmen-System der Volkspartei ins Spiel: Jener Kandidat, der die meisten Vorzugsstimmen erhält, darf im Parlament Platz nehmen – unabhängig von der ursprünglichen Listenreihung.

Gelassener kann auf jeden Fall die SPÖ in die Wahl gehen. Roter Spitzenkandidat im Bezirk und im Wahlkreis ist der amtierende Nationalrat Rudolf Plessl aus Gänserndorf. Nachdem die Genossen kein Vorzugsstimmen-System haben, steht Plessl auch künftig der Parlamentssitz zu – vorausgesetzt die Sozialdemokraten holen im Wahlkreis genügend Stimmen, wovon sie selbst aber überzeugt sind.

FPÖ-Mandat: Wenn, dann geht es nach Bruck

Bei den Freiheitlichen fungiert der Untersiebenbrunner Gemeinderat und Bezirksparteichef Herbert Steindl als Spitzenkandidat im Bezirk Gänserndorf, auf der Wahlkreisliste steht er aber nur auf dem zweiten Platz hinter dem Brucker Kandidaten Werner Herbert. Somit wird Steindl kein Mandat im Nationalrat erringen.

Auch bei den Grünen verfügt der Bezirk Gänserndorf über keinen Spitzenkandidaten im Wahlkreis. Die Deutsch-Wagramer Gemeinderätin Bettina Bergauer kandidiert auf dem zweiten Listenplatz hinter der Schwechater Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn.

Bei den NEOS ist ebenfalls ein Politiker aus dem Bezirk Bruck der Spitzenkandidat des Wahlkreises, nämlich Christoph Mautner-Markhof, Gemeinderat aus Schwechat. Auf dem vierten Listenplatz findet man Roland Reidinger. Der Unternehmer aus Strasshof ist politisch kein Unbekannter, hat er doch schon bei vergangenen Wahlen für die NEOS im Bezirk Gänserndorf kandidiert.

KPÖ wird wohl keinen Parlamentssitz erringen

Für die KPÖ wird der Fischamender Gemeinderat Gerhard Schimon als Spitzenkandidat im Wahlkreis NÖ-Ost antreten, auf dem zweiten Listenplatz steht die Gänserndorfer KPÖ-Bezirkssprecherin Alexandra Benedik aus Hohenau.

Ob und wer im Wahlkreis für die Liste Pilz, die Freie Liste Österreich (FLÖ) des geschassten Salzburger Freiheitlichen Karl Schnell, die Liste der ehemaligen Stronach’ler (Die Weißen) und das Kunstprojekt G!LT von Roland Düringer antritt, war zu Redaktionsschluss noch nicht bekannt.