ÖBB: „Fahrgäste sind sehr rücksichtsvoll“. Die Zahl der Fahrgäste ist deutlich geringer, die Investitionen bleiben gleich.

Von Manuel Mattes und Christoph Reiterer. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:55)
Mehr als 50 Prozent weniger Gäste auf der Nordbahn, meint Pendlerin Krisztina Vendég.
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Die ÖBB haben im nationalen Regional- und Nahverkehr sowie im nationalen Fernverkehr ihren Regelbetrieb aufgenommen. Lediglich im grenzüberschreitenden Zugverkehr kommt es aufgrund der Grenzsperren weiterhin zu Einschränkungen. „Fahrgäste sollen sich unbedingt vor Fahrtantritt über die konkreten Zugverbindungen und Reisebedingungen für den Grenzübertritt informieren“, rät ÖBB-Sprecher Daniel Pinka. Und wie läuft er Betrieb unter den geltenden Sicherheitsbestimmungen?

„Die Maskentragepflicht funktioniert in Summe sehr gut, die Fahrgäste halten sich daran und gehen sehr rücksichtsvoll miteinander um“, berichtet Pinka. Selbstverständlich seien auch die Zugbegleiter verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Das derzeitige Fahrgastaufkommen beziffern die ÖBB mit 30 bis 50 Prozent unter den Zahlen vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

Normalbetrieb herrscht indes seit Ostern auf den rund 200 ÖBB-Baustellen. „Mit kleinen Einschränkungen aufgrund von Lieferengpässen oder Quarantänesituationen der Arbeiter“, merkt Pinka an, „wobei natürlich geltende Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen von Masken und Abstandsregelungen berücksichtigt werden.“

Aufgrund des gültigen Rahmenplans seien sämtliche laufende Investitionen gesichert. Dies sei gerade jetzt ein entscheidender Impuls für die künftige wirtschaftliche Entwicklung. Es werden keine wesentlichen Verzögerungen bei Projekten erwartet. Entsprechend werden die Baustellen fortgesetzt.

Am Güterbahnhof von Hohenau an der March werden am Mittwoch, 20.5., die Gleis- und Weichenneulagen beendet. Dies betreffe aber weder Fahrgäste noch Anrainer. Ab 4. Juli wird die Strecke Gänserndorf – March egg für die Elektrifizierungsarbeiten bis zum Fahrplanwechsel im Dezember gesperrt und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Im Rahmen des Ausbaus Wien – Bratislava wird es im Sommer noch eine Wochenendsperre in Marchegg geben, und zwar von 28. August (23 Uhr) bis 31. August (4 Uhr). Es wird ein Schienenersatzverkehr zwischen den Bahnhöfen Marchegg und Schönfeld-Lassee eingerichtet.

Die NÖN fragte auch bei einer Pendlerin nach, wie sie die Situation gerade erlebt: Krisztina Vendég aus Strasshof pendelt derzeit dreimal pro Woche zum Wiener Hauptbahnhof, den sie morgens nach etwa 45 Minuten gegen 7.30 Uhr erreicht. „Das Fahrgastaufkommen ist im Vergleich zu früher um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Es gibt stets genug freie Plätze, so kann der Sicherheitsabstand eingehalten werden. Außerdem nehmen die Fahrgäste schräg gegenüber voneinander Platz“, berichtet die Strasshoferin. Bezüglich der Maskenpflicht bemerkt sie ein hohes Maß an Disziplin.