OMV-Vorhaben: Gas-Connect-Anteile werden bald verkauft. Exklusive Verhandlungen mit „Verbund“ sind am Laufen. Station Baumgarten soll auf jeden Fall erhalten bleiben.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 23. März 2020 (05:44)
OMV-Generaldirektor Rainer Seele: „Baumgarten bleibt.“
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Die OMV will ihren 51-prozentigen Anteil an der Gas Connect Austria GmbH verkaufen und ist in exklusive Verhandlungen mit „Verbund“ als Interessent getreten. Mit dem beabsichtigten Verkauf folgt die OMV ihrer Strategie, aus dem regulierten Gastransportgeschäft auszusteigen und ein aktives Portfoliomanagement zu betreiben, um weiterhin profitabel zu wachsen. Bekannt im Bezirk ist die Gas Connect mit der Gasstation Baumgarten.

Die Gas Connect ist für die Errichtung und den Betrieb von Erdgas-Hochdruckleitungen in Österreich verantwortlich, weiters für die Vermarktung und Bereitstellung von Transportkapazitäten an den Grenzübergangspunkten, sogenannten Entry- und Exit-Kapazitäten, sowie von Transportkapazitäten für im Inland benötigtes Erdgas.

Erdgasstation Baumgarten als Knotenpunkt

Ziemlich versteckt wirkt die Erdgasstation Baumgarten, fast schon idyllisch. Und doch ist diese Station eine der Erdgasdrehscheiben Europas. Vorwiegend russisches und norwegisches, aber auch Erdgas aus anderen Ländern wird übernommen und in unterschiedliche Richtungen zu Verbrauchszentren in Österreich und anderen europäischen Ländern weitertransportiert. Der Knotenpunkt verfügt über fünf Stationen, wo Erdgas übernommen, gemessen, geprüft und für den Weitertransport verdichtet wird.

Seit 1959 ist die Station Baumgarten in Betrieb. Und sie wird es bleiben, auch nach einem möglichen Verkauf. „Die Station bleibt in der Gas Connect und diese hat die Station immer hervorragend betrieben. Baumgarten wird weiterhin Handelsknotenpunkt in Österreich sein und insbesondere für den südosteuropäischen Raum“, beantwortet OMV-Generaldirektor Rainer Seele die Frage der NÖN in der Pressekonferenz.

Bestehen bleiben auch die Gasverträge, die die OMV mit Russland ausgehandelt hat, wie Seele klar bejaht: „Die Transaktion hat keinerlei Auswirkungen auf unsere Verträge. Wir haben Transportverträge als OMV mit der Gas Connect, die bestehen bleiben, denn wir müssen das Gas ja immer noch zu unserem Kunden bringen. Da wird sich nichts ändern.“

Unklar, ob Mitarbeiter übernommen werden

Ob und in welchem Ausmaß Mitarbeiter übernommen werden, dazu kann die OMV derzeit nichts sagen. Seele im Rahmen der Pressekonferenz dazu: „Wir sprechen über Unternehmensanteile. Die Gas Connect wird mit dem neuen Gesellschafter, hoffentlich Verbund, die Entscheidung treffen, wie das Unternehmen weiterentwickelt wird.“ Ein Mitarbeiter in Baumgarten sieht das naturgemäß etwas differenzierter: „Ich vermute schon, dass es bei einem Merger auch Arbeitsplätze treffen könnte.“

Die enge Verbindung der OMV mit dem Bezirk Gänserndorf drängt die Frage auf, ob sich die OMV aus dem fossilen Bereich zurückzieht und das Hauptaugenmerk auf die chemische Produktion legt. „Wir stehen zu unseren Aktivitäten im fossilen Bereich. Es ist die Hauptschlagader für unseren derzeitigen Fortschritt. Wir setzen uns allerdings sukzessive mit neuen, innovativen Lösungen auseinander“, so Seele auf Nachfrage der NÖN.