Opfer: „Das war nicht der bewaffnete Räuber“. „War nicht dort“, leugnet 22-Jähriger Raub bei Drogendeal. Im Prozess geht er frei, weil ihn die Zeugen als Täter ausschließen.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 27. Mai 2019 (20:07)
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Der 22-Jährige wurde letztlich wegen eines Gerangels zu zweieinhalb Monaten verurteilt.
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In einer Wohnung im Bezirk Gänserndorf ging ein Suchtgift-Deal nicht wie geplant über die Bühne: Der Kunde, ein 22-jähriger Mann, ebenfalls aus dem Bezirk Gänserndorf, und sein Begleiter wurden von dem Drogenhändler mit einer Schreckschusspistole bedroht und ausgeraubt.

Nach einem Tipp geriet ein 22-Jähriger ins Visier der Justiz: Das Raubopfer und sein Begleiter hatten bei der Polizei anhand von drei vorgelegten Fotos das Konterfei des Marchfelders herausgepickt.

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„Ich habe damit nix zu tun. Ich war nicht einmal dort“, leugnet der einschlägig vorbestrafte 22-Jährige vor Gericht den Raub. Seine Unschuldsbeteuerung gewinnt an Gewicht, als das Raubopfer und sein Begleiter, die den Angeklagten das erste Mal in natura zu Gesicht bekommen, im Zeugenstand erklären: „Das ist nicht der bewaffnete Räuber. Der hatte einen dunkleren Teint, war nicht so groß und schlank und hatte auch keine Tätowierung am Handrücken.“

Der 22-Jährige wird vom Vorwurf des Raubes freigesprochen. Wegen eines Gerangels bei einem Fest, wo der Weinviertler einen Besucher verletzt hat, setzt es zwei Monate und zwei Wochen unbedingt. Das Urteil ist rechtskräftig.