Pärchen ging auf „Stalker“ los. Wegen einer heftigen Streiterei in der Silvesternacht standen vor Kurzem vier Personen im Weinviertel vor Gericht.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 17. März 2021 (04:31)
Weil der 50-Jährige angeblich permanent mit dem Auto an ihrem Haus vorbeifuhr, fühlte sich die Angeklagte verfolgt.
NOEN, Weil der 50-Jährige angeblich permanent mit dem Auto an ihrem Haus vorbeifuhr, fühlte sich die Angeklagte verfolgt.SymbolfotoShutterstock/LookerStudio

Der Jahreswechsel, genauer der 31. Dezember 2020, hatte für vier Personen aus dem Bezirk Gänserndorf wegen einer heftigen Streiterei, bei der auch ein Hammer eine Rolle spielte, ein gerichtliches Nachspiel. Eine 44-Jährige und ein 30-Jähriger, die seit zwei Jahren ein Paar sind, gingen auf einen 50-Jährigen los, weil sie ihn beschuldigten, die Frau zu stalken. Der Grund für die beharrliche Verfolgung sei gewesen, dass der 50-Jährige das Ende der 25-jährigen Beziehung mit der Frau nicht verkraftet habe.

Dem 50-Jährigen zu Hilfe kam bei dem Streit, bei dem die Frau einen Hammer in der linken Hand hielt, ein Pole, bei dem der Mann vorher den Computer repariert hatte, indem er die Frau wegstieß und ohrfeigte. Der Pole schilderte auch, dass die zwei schon auf den Mann gewartet hätten: „Sie haben einfach angefangen, ihn zu schlagen.“ Der vorsitzende Richter Manfred Hohenecker bot den Angeklagten, außer dem dreifach vorbestraften 30-Jährigen, eine Diversion an, die sich an „Strafdrohung und Einkommen“ orientiert. Lediglich die 44-Jährige nahm das Angebot in der Höhe von 1.500 Euro an.

„Er fuhr permanent an meinem Haus vorbei“

Bei ihrer Zeugenaussage tat sich die 44-Jährige dann schwer, zu erklären, was sie unter beharrlicher Verfolgung versteht. „Wie oft ist ständig?“, wollte Hohenecker wissen, wobei es darum ging, dass der 50-Jährige permanent mit seinem Auto an ihrem Haus vorbeigefahren sei, um zu beobachten, was sie mit ihrem neuen Freund treibe. Das Ergebnis: Magere fünf oder sechs Mal in zwei Jahren, so wie es auch der 50-Jährige angegeben hatte – Freispruch für ihn.

Sowohl der 30-Jährige als auch der Pole wurden wegen Körperverletzung schuldig gesprochen. Für den 30-Jährigen lautete das Urteil sechs Monate bedingte Freiheitsstrafe, wobei der Richter „mit allen zwei zugedrückten Augen“ betonte: „Das war’s mit ihren Chancen.“ Der Pole wurde zu einer Geldstrafe von 160 Euro verurteilt. Die zuvor angebotene Diversion hätte ihn 150 Euro gekostet.