Hohenau an der March , Hohenruppersdorf , Auersthal , Groß-Schweinbarth

Erstellt am 18. Januar 2017, 06:00

von Michael Pfabigan und Edith Mauritsch

Paukenschlag Volksbank: Vier Filialen sperren zu. Filialen in Hohenau, Hohenruppersdorf, Auersthal und Groß-Schweinbarth sind demnächst Geschichte.

Es hat sich „ausgeflügelt“. Beginnend mit Februar schließen vier Volksbank-Filialen im Bezirk – und zwar jene in Auersthal, Groß-Schweinbarth, Hohenau und Hohenruppersdorf.  |  Mauritsch

In Bankenkreisen munkelte man schon länger darüber, jetzt wurde auch öffentlich bekannt: Nach der Fusionswelle im Volksbanken-Sektor folgt nun der Kahlschlag. Im Bereich der Regionaldirektion Weinviertel, dem Einzugsgebiet der früheren Volksbank Weinviertel in Mistelbach, fallen vier Filialen im Bezirk Gänserndorf der Strukturbereinigung zum Opfer. Leistungen werden auf anderen Standorten konzentriert.

Beginnend mit Februar werden die Standorte Hohenruppersdorf, Auersthal, Groß-Schweinbarth und Hohenau aufgegeben. „Die Filialstrategie der Volksbank Wien liegt in Kompetenzzentren“, erklärt Regionaldirektor Johannes Singer: „Statt Kleinstfilialen wollen wir solche Zentren, wo die gebündelten Kompetenzen für alle Kunden angeboten werden.“

Dem allgemeinen Trend der Filialbereinigung könne sich auch der Volksbanken-Sektor nicht entziehen. Künftig soll daher Hohenau von der Zweigstelle Zistersdorf mitbetreut werden. Die Agenden von Hohenruppersdorf und Groß-Schweinbarth übernimmt die Zweigstelle Gaweinstal. Auersthal wird Deutsch-Wagram zugeschlagen.

"Schwergefallen ist uns die Schließung der Zweigstelle Hohenau"

Regionaldirektor Rudolf Riener sieht die Filialschließung nicht in der Fusion begründet: „Wir haben bei Auersthal und Groß-Schweinbarth regelmäßig diskutiert, ob wir diese Kleinststandorte noch erhalten sollen.“ Ausschlaggebend sei dann das Filialkonzept der Volksbank Wien geworden. „Schwergefallen ist uns die Schließung der Zweigstelle Hohenau, da sie eine sehr ertragsreiche und wichtige war.“

Weniger Bedauern als unverhohlener Ärger ist von Hohenaus SP-Bürgermeister Robert Freitag zu hören: „Jahrzehntelang wurde mit den Kunden aus der Region in den Geschäftsstellen der Volksbank gutes Geld verdient. Jetzt, da die Margen geringer sind, wird sofort zugesperrt. Damit werden in der Region wichtige Infrastruktur, Arbeitsplätze und Einnahmen für die Gemeinden (Kommunalsteuer, Anm.) vernichtet.“

Somit verbleiben im Bezirk Gänserndorf nur noch zwei Volksbanken – nämlich Zistersdorf und Deutsch-Wagram, wobei letztere ausgebaut und verstärkt im Marchfeld tätig werden soll (zufälligerweise handelt es sich dabei um das Aktionsgebiet der Marchfelder Bank).

Übrigens: Schon vor knapp einem Jahr berichtete die NÖN zum damals gerade im Laufen befindlichen Fusionsprozess und stellte die Frage, wie lange Regionalitätsbezogenheit im ländlichen Raum bei knallharten Kostenrechnungen eine Überlebenschance hat – die Antwort liegt nun vor.

Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe der Gänserndorfer NÖN.