Prozess um Urkundenfälschung: "Wollte doch nur helfen". Einem 21-Jährigen aus dem Bezirk Gänserndorf wurde Urkundenfälschung vorgeworfen. Das Urteil: Freispruch.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 09. Mai 2021 (04:01)
Ein 21-jähriger Firmeninhaber konnte vor Gericht jeden Zweifel am Wissen um das gefälschte Visum seiner Mitarbeiterin ausräumen.
NOEN

Eigentlich wollte ein 21-jähriger Inhaber einer Firma für Gebäudereinigung nur helfen. Der Versuch aber brachte ihn ans Landesgericht Korneuburg wegen des Vorwurfs der Urkundenfälschung. Es ging um das Visum einer jungen Frau, einer Bekannten der Mutter des jungen Firmenchefs, die zum Studium 2020 aus Bosnien nach Österreich kam. In dem Reinigungsbetrieb arbeitete sie – unter Vorweis der entsprechenden Papiere –, um sich ihr Studium zu finanzieren.

Da der 21-Jährige bis zum 30. Dezember 2020 die junge Frau als sehr zuverlässige Mitarbeiterin kennengelernt hatte – „sie hat keinen einzigen Tag gefehlt“ – wunderte er sich, warum sie an diesem Tag nicht zur Arbeit kam. Der Grund dafür war, dass sie sich bereits seit 29. Dezember 2020 in Schubhaft bei den Schwechater Behörden befand, weil sie über keine gültigen Papiere verfügte. Um diesen, wie der Mann aus seiner Sicht sagte, Irrtum aufzuklären, schickte er ein Foto des ihm vorliegenden Visums an die Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf.

Keine Anhaltspunkte für vorsätzliche Handlung

Da dieses offenbar gefälscht war, erstattete die BH Anzeige gegen den Mann. Vor Richterin Lydia Rada konnte der Beschuldigte jedoch jeden Zweifel am Wissen um diese Fälschung ausräumen. „Nachdem es keinen Anhaltspunkt für einen Vorsatz gab“, so die Richterin, wurde der 21-Jährige folgerichtig freigesprochen.