Rebensaft: Trauben sind bereit für die Lese. Trotz Spätfrostschäden und teilweise großer Trockenheit im Sommer wird gute Ernte erwartet.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 15. September 2017 (05:33)
Österreich Wein Marketing/ Faber
Der Grüne Veltliner ist von den heimischen Weinbergen nicht wegzudenken.

Der heiße Sommer konnte ihnen nichts anhaben, den heimischen Trauben. Ganz im Gegenteil: „Die Winzer blicken einer mengenmäßig guten, im langjährigen Durchschnitt liegenden Ernte mit sehr reifen und gesunden Weintrauben entgegen“, so Weinbau-Präsident Johannes Schmuckenschlager.

Ein witterungsmäßig passendes Frühjahr ließ heimische Winzer optimistisch in die Saison starten, einige von ihnen hatten aber mit Spätfrost zu kämpfen. „Der Spätfrost hat ein paar Lagen leicht bis mittel getroffen. Unsere größte Lage ist jedoch von Unwetterschäden verschont geblieben. In den Nachbarortschaften waren teilweise starke Unwetter mit Hagel, die Winzer leiden unter größeren Ausfällen“, berichtet die Protteser Winzerin Sabine Lachinger.

"Junganlagen den gesamten Sommer bewässert"

Im Sommer hatten die Weinbauern mit der Hitzewelle zu kämpfen – Bewässerungsanlagen waren teilweise im Dauereinsatz. Lachinger: „Wir haben unsere Junganlagen den gesamten Sommer hindurch bewässert.“ Da es in der Region immer trockener werde, würden viele Winzer Bewässerungssysteme für die Weingärten planen. „Regentage mit mehr als 20 Millimeter gab es heuer bei uns in Prottes nicht einmal eine Handvoll. Wie jedes der vergangenen Jahre wird auch die heurige Lese eine Hausforderung für die Winzer – es braucht viel Fingerspitzengefühl“, betont die Winzerin.

Aller Maßnahmen zum trotz – ein Wermutstropfen bleibt: Aufgrund der Trockenheit blieben die Beeren kleiner als üblich, die Erntemenge wird voraussichtlich geringer ausfallen.

"Wir erwarten komplexe Weine mit guter Aromatik"

Doch die wichtigste Frage ist: Wie werden sie schmecken, die heurigen Weine? „Unsere Trauben schmecken sehr aromatisch und sind gesund, daher rechnen wir mit sehr guter Qualität“, ist Lachinger optimistisch. „Wir erwarten komplexe Weine mit guter Aromatik. Auch die Rotwein-Freunde können sich auf kräftige, tiefdunkle Tropfen freuen.“

Die Hauptlese wird in Niederösterreich etwa Mitte September starten, so Schmuckenschlager. Aber: „Aufgrund der Hitzewellen wird die Ernte mindestens zwei Wochen früher beginnen als sonst. Wir selbst sind schon in großer Vorbereitung“, berichtet die Protteser Winzerin.