Renaturierung der March-Auen geht in die zweite Runde. Die Renaturierung im Rahmen des EU "Life+" Projekts Untere March-Auen geht in die zweite Runde.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 23. August 2018 (13:09)
Thomas Schindler
Symbolbild March-Auen

In der ersten Etappe wurden laut viadonau seit August 2017 bereits 5,3 Kilometer an Altarmen an die March angebunden, nun soll nahe Marchegg ein weiterer, fast zwei Kilometer langer Seitenarm entstehen. Ziel sei das Wiederbeleben der Au und die damit verbundene Rückkehr einer intakten Flora und Fauna.

Das Projekt wird gemeinsam mit dem WWF und dem NÖ Landesfischereiverband durchgeführt. In den kommenden Monaten werde das WWF Auenreservat durch einzelne gezielte Maßnahmen am sogenannten Maritz Gewässersystem wieder besser mit der March vernetzt. Dafür werden Uferverbauungen abgesenkt und Schlamm und Sand weggebaggert.

"Weiters wird südlich von Marchegg an der Langen Luss ein neuer, circa zwei Kilometer langer Seitenarm entstehen, der bei der March-Regulierung im 20. Jahrhundert abgeschnitten wurde und seitdem völlig verlandet ist", erläuterte Franz Steiner, Projektleiter der viadonau. Ein anderer bestehender Seitenarm werde "eingetieft, damit hier länger Wasser verfügbar ist."

Die ersten wasserbaulichen Maßnahmen würden schon nach einem halben Jahr sichtbare Erfolge zeigen, erklärte Michael Stelzhammer, Projektleiter beim WWF: "Hier erobert sich die Natur bereits nach wenigen Monaten den für sie geschaffenen Platz zurück. Es entstehen flache Sandbänke und steile Ufer, die Lebensräume für seltene Arten, wie etwa den Flussuferläufer oder den Eisvogel bieten."

Auch die Fischfauna nehme ihre neuen Laichplätze und "Kinderstuben" bestens an. "In den seichten, strömungsarmen Gewässern können sich Jungfische perfekt entwickeln, weil Raubfische wie Hecht und Co dort ob der fehlenden Wassertiefe nicht vordringen", hieß es in der Aussendung. Bei den ersten Begehungen hätten WWF-Experten auch schon Muschelarten wie die seltene und streng geschützte Flussmuschel entdeckt.

Besonders stolz seien die Naturschützer auf die Rückkehr des Schlammlings (Limosella aquatica). Die kleine, unscheinbare Pflanze gelte nämlich als guter Indikator für gelungene Fluss-Renaturierungen.

Die March-Thaya-Auen beherbergen über 500 geschützte Arten, von denen etwa 100 hier ihren oft letzten Rückzugsort in Österreich haben. Deshalb bestehe eine große Verantwortung, diese natürlichen Lebensräume bestmöglich zu erhalten oder sogar zu verbessern. Mit den Konik-Pferden im Reservat gehe der WWF seit 2015 einen innovativen Weg. Denn Wiesen, die mit Tieren gepflegt statt mit dem Traktor gemäht werden, bieten einer ungleich höheren Artenzahl an Tieren und Pflanzen Lebensraum. So wurden bereits zwei vom Aussterben bedrohte Klee-Arten gesichtet, und auch der Wiedehopf sei wieder da. Seit Beginn der Beweidung gebe es in der Herde bereits sechs Fohlen.

(S E R V I C E - Weitere Informationen online unter www.life-march.at)