Richter: „Möchte bei Ihnen kein Hund sein!“. Pensionist sah in kleinem Zwinger, in dem sich angehängter Hund mit Leine fast erstickte, keine Tierquälerei. Richter sah es anders.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 09. November 2019 (05:41)
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Symbolbild

Pferde, Hühner, Enten, Ziegen und Hühner tummeln sich auf einer Liegenschaft im Bezirk Gänserndorf. Dort lebt oder haust, wie es ein Zeuge bezeichnete, in einem Wohnwagen zeitweise der Tierhalter, ein 79-jähriger Pensionist.

Nach einem Brand geriet der Rentner wegen gefährdenden Sonder- und Sperrmülls (Ölbehälter, Gasflaschen etc.) auf dem Areal ins Visier der Behörden. Auch die Tierhaltung (verdreckte und verwahrloste Ställe) wurde beanstandet und ein Amtstierarzt ordnete letztlich die Abnahme der in einem zu kleinen Zwinger angehängten Hunde an.

Hahslinger

„Ich hab’s ja in Ordnung gebracht“, zeigte der Tierhalter vor Gericht keinerlei Schuldeinsicht zum Vorwurf der Tierquälerei. Seiner Meinung nach sei der Platz (ein Zwinger maß 2 x 2,3 Meter) für die Hunde ausreichend gewesen.

„Einer der angehängten Hunde konnte sich kaum bewegen und wäre an der umwickelten Leine fast erstickt“, entgegnete der Richter. Worauf der Rentner lapidar meinte: „Des Theater mit de Hund’ fang i ma nimmer an. Ich hab’ nur mehr Pferde, Hendln und Enten.“

„Gut. Bei Ihnen möchte ich kein Hund sein“, kommentierte der Richter und verhängte über den uneinsichtigen Rentner fünf Monate auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.