Schnell, schneller, Glasfaser. Einige Gemeinden surfen schon mit „Highspeed“, andere werben unter den Bürgern dafür.

Von Thomas Schindler und Stefan Havranek. Erstellt am 19. August 2020 (03:54)
Mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie ist die Bedeutung des Breitbandausbaus noch stärker ins Zentrum gerückt. Engelhartstetten würde gerne in die „Königsklasse“ des Internet einsteigen, dazu benötigt man aber die Anmeldung von mindestens 40 Prozent der Haushalte. 
Gemeinde

Der Bund hat in den vergangenen Jahren Geld in die Digitalisierung der Gemeinden gesteckt (Breitbandmilliarde). Auch im Bezirk Gänserndorf können sich zahlreiche Kommunen über eine Finanzspritze freuen. Was ist hier mit dem Geld passiert bzw. noch geplant?

Angern suchte um die höchste Förderung im südlichen Weinviertel an, nämlich um 1,15 Mio. Euro. SP-Bürgermeister Robert Meißl: „Ich glaube, wir waren die Ersten im Bezirk, was den Breitbandausbau betrifft. Angern und alle Katastralgemeinden wurden von A1 mit einem Lichtwellenleiter (Glasfaserkabel, Anm.) versorgt.“

Von den Glasfaserstationen verlaufen dann relativ schnelle Kupferleitungen zu den einzelnen Haushalten. Meißl: „Wo neues Bauland entsteht, wird der Lichtwellenleiter natürlich bis zu den jeweiligen Liegenschaften verlegt.“

Bad Pirawarth wiederum kann sich 1,03 Millionen Euro vom Bund holen. VP-Bürgermeister Kurt Jantschitsch: „Überall dort, wo zuletzt Straßenzüge erneuert wurden, haben wir gleich Leerverrohrungen verlegt. So kann jederzeit ein Glasfaserkabel eingezogen werden.“ An verschiedenen Hotspots im Hauptort und in der Katastralgemeinde Kollnbrunn gebe es bereits einen Lichtwellenleiter: „Jetzt fehlt nur noch die Verlängerung zu den einzelnen Häusern.“

Jantschitsch bezeichnet sich selbst als Glasfaser-Fan. Warum? „Weil es die Königsklasse ist. Ein stabiles, kabelgebundenes Internet ist einem mobilen auf jeden Fall vorzuziehen.“ Außerdem gebe es beim Lichtwellenleiter keine Strahlung.

Im Marchfeld stechen die Gemeinden Engelhartstetten (fast 2,3 Millionen Euro Förderansuchen) und Weiden (über 900.000 Euro) hervor. Engelhartstetten und die nöGIG (NÖ Glasfaserinfrastruktur GmbH) arbeiten derzeit daran, ein flächendeckendes Glasfasernetz zu errichten. Voraussetzung ist, dass sich 40 Prozent aller Haushalte für einen Glasfaseranschluss anmelden.

Nach einer Verlängerung der Frist bis Ende September liegt die Anmeldequote bei etwa 27 Prozent. VP-Bürgermeister Josef Reiter und die nöGIG sind deshalb zuversichtlich, dass sich noch genug interessierte Bürger registrieren werden und das Projekt somit zustande kommt. „Dann hätten wir auch eine Chance, einen Anteil von der Breitbandmilliarde zu erhalten“, so Reiter: „65 Prozent davon könnten tatsächlich fließen, wenn das Projekt verwirklicht wird.“

Auch Weiden will internetmäßig schneller werden, wie VP-Bürgermeister Markus Lang berichtet: „Vor vier Jahren wurde diesbezüglich der erste Versuch der nöGIG unternommen. Das Projekt ist aber trotz 60 Prozent Zustimmung bei einer Umfrage im Sand verlaufen.“ Jetzt will man es noch einmal probieren.

Langs Meinung nach würde eher die junge Generation Interesse haben. Er ortet auch Mängel am Projekt: „Ein typischer Bauernhof mit einem ,Ausgedinge‘ für die alte Generation zählt beispielsweise als zwei Haushalte, die sich schriftlich anmelden müssten.“ Er glaubt trotzdem, dass die notwendigen 40 Prozent erreicht werden könnten, dann würde

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