Schulöffnungen: Mit der Maske in der Klasse. Die Bildungseinrichtungen sperren ab 15. Mai auch im Bezirk Gänserndorf wieder auf, die Abstandsregeln werden sich allerdings auf den Alltag in den Klassen und Pausen auswirken.

Von Stefan Havranek, Edith Mauritsch und Christoph Szeker. Erstellt am 29. April 2020 (05:12)
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Gerhard Antl (links), Direktor der HAK Gänserndorf: „Die Mehrheit der Maturanten finden sich eigentlich in den berufsbildenden Schulen.“ Rudolf Wickenhauser, Direktor der Landesberufsschule Zistersdorf: „Unsere Schüler haben zuletzt sehr engagiert mitgearbeitet.“
NÖN

Wenn die Schulen ab 15. Mai ihre Tore wieder öffnen, wird der Unterricht nicht mehr genauso wie vorher ablaufen: Die Abstandsregeln gelten nämlich auch in den Schulen.

Einige Bildungseinrichtungen stellt das vor große Herausforderungen, der Unterricht ist mitunter nur im Schichtbetrieb möglich. So wurde etwa die Volksschule Matzen erst vor einigen Jahren umgebaut, sie kann als groß bezeichnet werden.

Trotzdem macht sich Direktor Christian Wendy Gedanken wegen der Abstandsregeln: „Wenn alle Kinder wieder da sind, wird das schwierig.“ Klassenzimmer sind mit 60 Quadratmetern genormt, ein Schulbetrieb mit halben Schülerzahlen pro Klasse ist daher nur im Schichtbetrieb möglich.

„Das direkte Arbeiten mit den Schülern wird sicher eine Erleichterung. Wir vermissen das Kinderlachen.“Brigitte Makl-Freund, Direktorin NMS-Orth

Wendy erwartet nun die Weisungen seitens der Bildungsdirektion und wird dann mit dem Lehrerteam die Umsetzung besprechen. Parallel dazu findet weiterhin „Distance Learning“ statt. Dieses Lernen auf Distanz hat bisher gut funktioniert, aber war dennoch nicht einfach.

Brigitte Makl-Freund, Direktorin der NMS Orth: „Durch das Distance Learning haben wir uns alle in Sachen digitaler Technik ein gutes Stück weiterentwickelt.“ War der Start noch holprig, so habe man bereits in der zweiten Woche durch den Umstieg auf die Lernplattform „Teams“ Struktur in den Lahrplan gebracht: „Die Lehrinhalte für alle Fächer waren so klar ersichtlich und für jeden nachvollziehbar.“

Neue Erkenntnisse dank „Distance Learning“

Auch an der Landesberufsschule Zistersdorf funktionierte der Unterricht die letzten Wochen grundsätzlich gut.

Rudolf Wickenhauser, Direktor der Landesberufsschule Zistersdorf: „Unsere Schüler haben zuletzt sehr engagiert mitgearbeitet.“
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„Ich habe selbst eine erste Klasse im Hauptfach ‚Angewandte Installationstechnik’ unterrichtet und kann daher aus eigener Erfahrung berichten, dass die Schüler sehr engagiert mitgearbeitet und die gestellten Aufgaben immer termingerecht erledigt haben“, berichtet Direktor Rudolf Wickenhauser.

Da einige Schüler nicht über einen Computer verfügen, werde man künftig Laptops organisieren, die dann verliehen werden können. Laut Wickenhauser hat die Berufsschule zudem einige wichtige Erkenntnisse gewonnen: „Durch diese besondere Art der Unterrichtserteilung haben einige Kollegen die Vorteile von Lernplattformen kennengelernt, sodass sie auch künftig im normalen Unterricht diese verstärkt nutzen werden.“

„Schule heißt nicht nur Lernen, sondern auch soziales Leben“, stellt Direktor Wendy von der Volksschule Matzen jedoch klar. Es werde eine Herausforderung sein, das Soziale mit dem Abstandhalten zu vereinen.

Auch Makl-Freund aus Orth sieht hier zwei Seiten einer Medaille: „Einerseits wird das direkte Arbeiten mit den Schülern sicher eine Erleichterung. Und wir vermissen natürlich das Kinderlachen, ja sogar den Lärm“, so die Direktorin: „Andererseits sehe ich eindeutig auch eine Gefahr.“ Für ältere Lehrer beispielsweise, oder solche, die – wie sie selbst – betagte Familienmitglieder zu Hause haben.

Wichtig ist jetzt vor allem der Fahrplan für die Matura. „Für die Maturaklassen ist alles auf Schiene, wir starten am 4. Mai mit dem Ergänzungsunterricht“, erklärt Gerhard Antl, Direktor der HAK Gänserndorf. Die Prüfungen ab 25. Mai sind in Deutsch, Mathematik oder einer Fremdsprache und als Fachklausur möglich.

Andreas Breitegger, Direktor des BORG Deutsch-Wagram, war mit seinem Lehrerteam auf das „Distance Learning“ bereits vorbereitet, da Digitalisierung und Medienkompetenz an der Schule schon länger vermittelt werden.

Gerhard Antl, Direktor der HAK Gänserndorf: „Die Mehrheit der Maturanten finden sich eigentlich in den berufsbildenden Schulen.“
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Für die Maturaklassen ist jetzt bereits alles im Laufen: Der Fahrplan des Ministeriums wird umgesetzt, Stundenpläne werden ausgearbeitet und der Unterricht wird geblockt. In der Schule ist auch das Raumangebot zur Einhaltung der Abstandsregeln vorhanden.

Gänserndorfs HAK-Direktor Antl betont abschließend: „Es wird immer nur von Maturanten der AHS gesprochen. Die Mehrheit ist allerdings in den berufsbildenden Schulen zu finden.“