Schweinbarther Kreuz: Bahnbetrieb vor Wiederaufnahme?. Bei der Präsentation des Graz-Köflacher-Bahn-Konzepts für das Schweinbarther Kreuz am späten Montagabend kam neben schon bekannten Informationen wie Akku-Zügen und der Einschleifung in die Laaer Ostbahn mit Anschluss an die U-Bahn in Leopoldau noch ein weiteres interessantes Detail zu Tage: Schon ab Dezember 2020 könnte der Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden!

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 18. Februar 2020 (14:55)
Hält hier wieder ein Zug? Vielleicht sogar ein moderner Triebwagen? Die Pläne der GKB, der Bürgerinitiative und der Plattform „Regionalbahn statt Bus“ klingen zukunftsorientiert. Ausschlaggebend wird die Finanzierungsfrage sein, hier setzt man große Hoffnungen auf die grüne Umweltministerin Leonore Gewessler.
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Allerdings nur auf der jetzigen Strecke und nur auf der Verbindung Bad Pirawarth – Groß Schweinbarth bis Obersdorf. Der Wermutstropfen dabei: Matzen und Prottes würden nicht mehr angefahren. Begründet wird dies mit dem Zustand der Infrastruktur. Zubringerbusse sollen die Fahrgäste von den anderen Gemeinden zu den Bahnhöfen bringen.

Wie die Bürgerinitiative Raggendorf im NÖN-Gespräch erläutert: „Es scheint so, dass der Schulterschluss der Anrainergemeinden an der Bahn erreicht wird. Es gab keine einzige negative Stimme. Ehestens soll eine gemeinsame Erklärung verfasst und an Verkehrsministerium und Land Niederösterreich zur Befürwortung des Projektes gesandt werden.“ Die Bürgerinitiative und die Plattform „Regionalbahn statt Bus“ setzen auf Mittel aus dem Verkehrsministerium, die zur Revitalisierung von eingestellten Strecken zur Verfügung stehen sollen.

Arbeitsplätze und Wertschöpfung für die Region

Finanziert werden soll damit vor allen die notwendige Einschleifung am Bahnhof Obersdorf, die Kosten hierfür beziffert die GKB mit rund 7 Millionen Euro. Man rechnet mit einer Bauzeit von rund sechs Monaten und einer Betriebsaufnahme ab Dezember 2022. Ein Sprecher der Bürgerinitiative (der namentlich nicht genannt werden möchte): „Damit hätte der Fahrgast eine Fahrzeit von 32 Minuten von Groß Schweinbarth nach Leopoldau!“

Auch wie es sich mit den angekündigten Arbeitsplätzen verhält, ist nun klarer. Die GKB will ein Unternehmen gründen und in der Region ansiedeln. Alle notwendigen Mitarbeiter wären dann dort angestellt, eine Wertschöpfung direkt vor Ort wäre gegeben. Man erwartet sich von diesem Projekt nicht nur ein attraktives Nahverkehrsangebot, sondern auch eine enorme Aufwertung im Immobilienbereich.

Die NÖN sprach mit VP-Bürgermeisterin Marianne Rickl: „Es klingt nach einem attraktiven Zukunftsprojekt, das wir grundsätzlich unterstützen. Die Finanzierung wird ein Knackpunkt sein, die Gemeinden können hier wohl nichts beitragen. Auch wäre eine Auslotung mit den ÖBB wichtig.“

Alles wird wohl davon abhängen, wie das Verkehrsministerium auf eine gemeinsame Erklärung reagieren wird. Und noch etwas möchte der Sprecher der Bürgerinitiative gerne anbringen: „Wir würden uns wünschen, nicht als Gegner, sondern als Partner gesehen zu werden. Gerne stehen wir für konstruktive Gespräche bereit.“