Schweinbarther Kreuz: „Bus kommt zu spät an“. Woche für Woche üben Zug-Befürworter Kritik an Schließung der Linie. Nun kommt ein weiterer Punkt hinzu: „Die Kinder werden nicht rechtzeitig in der Schule sein.“

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 11. August 2019 (04:27)
Mauritsch
Die Linie „Schweinbarther Kreuz“ führt von Groß-Schweinbarth in denNorden nach Bad Pirawarth und in den Süden einerseits nach Gänserndorf, andererseits nach Obersdorf (Bezirk Mistelbach).

„Viele sind komplett damit überfordert, dass die Züge eingestellt werden“, zeigt sich Andrea Daubeck am NÖN-Telefon erzürnt. Der Hintergrund: Ab Dezember ist die Bahnlinie „Schweinbarther Kreuz“ Geschichte – stattdessen verkehren Busse (die NÖN berichtete).

Die Groß-Schweinbartherin ist Mutter von zwei Kindern, die das Konrad Lorenz Gymnasium in Gänserndorf besuchen. Und deren Schulweg ist alles andere als entspannt: „Mit den neuen Bus-Fahrplänen kommen die Kinder entweder viel zu früh oder viel zu knapp in Gänserndorf an.“

Grüne
Eine der letzten gemeinsamen Zugfahrten von Gänserndorf nach Obersdorf: Gerhard Mayer, Gänserndorfs Grünen-Vizebürgermeisterin Margot Linke, Amon Polivka, Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz, Hildegard Fischer,Elisabeth Jogl und Leonhard Novak, der schon 2013 und 2014 Konzepte zur Verbesserung der Schweinbarther Linie erarbeitet hatte.

Zwar bleibe ein eigener Schulbus (die bisherige Linie 424) bestehen – dessen Fahrzeiten seien aber ebenso wenig ideal. Immerhin: Das Gymnasium, das sich im kommenden Schuljahr umbaubedingt an einem neuen Standort am Hafergrubenweg befindet, habe sich angepasst und beginne mit dem Unterricht 5 Minuten später – um 8.05 Uhr. Knapp werde es trotzdem, denn der Bus komme erst um 7.47 Uhr beim Kinosteg an. Und von dort sind es noch zumindest zehn Minuten Fußweg bis zur Schule. Das Ganze gehe so weit, „dass wir die Kinder mit dem Auto in die Schule bringen, wenn sie Schularbeiten haben“, sagt Daubeck.

Sie habe schon bei verschiedenen Stellen versucht, eine Verbesserung für die Situation herbeizuführen, aber vergeblich: „Absolut ärgerlich – man erhält keinerlei detaillierte Informationen.“ Die Rückfahrt gestalte sich auch nicht besser: Die Schüler müssen 40 Minuten warten, bis der Bus kommt.

"Jetzt müssen wir zuerst einmal nach Raggendorf und dort umsteigen"

„Schlimm ist überhaupt, dass der Zugverkehr eingestellt wird“, meint Daubeck. Bis dato konnte man von Groß-Schweinbarth jede halbe Stunde nach Obersdorf fahren: „Jetzt müssen wir zuerst einmal nach Raggendorf und dort umsteigen.“

Lösungen, die Linie zu attraktivieren, gibt es dabei schon länger, beispielsweise jene Vorschläge von Leonhard Novak in dessen Bachelorarbeit: Vor der Haltestelle Obersdorf könnten die Gleise Richtung Wien über das Einkaufszentrum G3 bis Floridsdorf geführt werden. Durch diese Verlängerung der bestehenden Linie würde eine RegioTram bis Wien entstehen – ähnlich der Badner Bahn.

Für das Land NÖ scheint die jetzige Lösung jedoch unter Dach und Fach. Das östliche Weinviertel soll zur E-Bus-Modellregion werden. Auf Wunsch der Bevölkerung könne aber ein „Talentebus“ für eine bessere Schul-Anbindung eingesetzt werden, heißt es seitens des Landes.