Schweinbarther Kreuz: "Noch immer genug Gäste“. Die Bezirks-Grünen pochen weiterhin auf Erhalt der Bahnlinie.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 26. Mai 2019 (05:19)
„Busse sind wesentlich unbeliebter als Züge, weil Abfahrtszeiten, Haltestellen und Zielort schwerer zu durchschauen sind“, so Bettina Bergauer (vorne). Die Grüne kämpft für den Erhalt des Schweinbarther Kreuzes.
Grünen

Das Thema „Schweinbarther Kreuz“ ist noch nicht gegessen. Der „voreilige Beschluss“ der NÖ Landesregierung, die Bahnlinie einzustellen, ist für die Grünen nicht nachvollziehbar. Zur Erinnerung: Die Strecke, die Gänserndorf und Bad Pirawarth verbindet, soll Ende des Jahres aufgelassen werden. Stattdessen sollen Busse verkehren.

Grünen-Gemeinderätin Bettina Bergauer, NÖ Spitzenkandidatin für die EU-Wahl, und Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz machten nun einen Lokalaugenschein. „Selbst am Sonntag zu Mittag besteht Bedarf an dieser Bahnverbindung“, so ihr Ergebnis.

Beate Kainz zeigt Unverständnis: „Weder in Gleisanlagen, noch in Wagenmaterial oder gar Haltestellen wurde investiert. Trotzdem gibt es noch immer Passagiere.“ Nicht einmal die Fahrplan-Verschlechterungen hätten die Passagiere auf die Straße zwingen können.

Bergauer fordert Bahn-Mindeststandards

„Jugendliche oder Menschen, die alters- oder krankheitsbedingt nicht fahren können, sind auf Öffis angewiesen“, führt Kainz aus. Bergauer, im EU-Wahlkampf-Modus, fordert indes europäische Mindeststandards für ein Bahnnetz. Sie verweist auf die Schweiz als Vorbild.

„Vor 50 Jahren konnten wir uns als Staat Österreich ein dichtes Bahnnetz leisten“, sagt Bergauer. „Heute, wo wir eines der reichsten Länder der Welt sind, wird in NÖ eine Nebenbahn nach der anderen eingestellt, mit dem Argument, dass sie zu teuer wäre. Das ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Bahnen hätten im Vergleich zu Buslinien einen entscheidenden Vorteil: „Alle wissen, wo der Bahnhof ist, wohin die Schienen gehen und dass dort verlässlich zu bestimmten Zeiten ein Zug fährt“, meint Bergauer.