Schweinbarther Kreuz: Signal steht nun auf Rot. Momentan sieht es nicht so aus, als hätte Bahnlinie eine Zukunft.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 01. Juli 2020 (05:01)
Mauritsch

In der Vorwoche kamen VP-Landesrat Ludwig Schleritzko und der Verkehrsverbund Ost-Region mit Vertretern der Gemeinden zu einem informellen Treffen zusammen. Die NÖN erhielt exklusiv Hintergrundinfos. Es ging – wieder einmal – um das Thema Schweinbarther Kreuz. Ziel war es, mit kursierenden Gerüchten aufzuräumen.

Schleritzko äußert sich zum Mobilitätsangebot: „In der Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen ist es wichtig, dass die Gemeindevertreter einen umfassenden Überblick über die Zahlen, Daten und Fakten haben. Damit schaffen wir das Fundament, um auch weiterhin im Rahmen des Mobility Lab an der Zukunft der Mobilität in der Region zu arbeiten.“ Wie das Land bereits öffentlich kommunizierte – die NÖN berichtete mehrmals – konnten nur zwei Monate nach Einstellung der Bahnlinie bereits 100 zusätzliche Fahrgäste gewonnen werden.

Buslinien installiert

Seit bekannt wurde, dass der Zug im wahrsten Sinne des Wortes abgefahren ist, gehen die Wogen hoch. Das Land installierte gemeinsam mit dem VOR zwei Buslinien. Das rief wiederum Bürgerinitiativen und SP auf den Plan, die vehement die Wiederaufnahme des Bahnbetriebes fordern. Ohne Bus gäbe es seit Dezember des Vorjahres keinen öffentlichen Verkehr, kontert man. Eine Alternative zum Bus gibt es bislang allerdings auch nicht.

Die Bürgerinitiative zog mit der Graz Köflacher Bahn (GKB) einen potenziellen Betreiber an Land und verweist auf Gespräche mit dem Bundesministerium. Von dort kommen nur verhaltene Antworten. Wohl werden Treffen mit der GKB bestätigt, doch sowohl auf die parlamentarische Anfrage von SP-Nationalrat Rudolf Silvan als auch auf die Presseanfrage der NÖN Anfang Juni heißt es:

„Eine Wiederaufnahme des Schienenpersonenregionalverkehrs am Schweinbarther Kreuz ist derzeit nicht angedacht.“ Man verweist auf Evaluierungen. Die Bürgerinitiative wiederum sieht das bloß als zwischenzeitliche Antwort. Das Signal steht auf Rot. Obwohl dies ja der Parteifarbe entspricht, dürfte dies die Genossen nicht freuen. Die Sozialdemokraten setzen sich seit Bekanntwerden der Einstellung massiv für die Bahn ein. An dieser Frage – wenn auch nicht nur – zerbrach die SP Matzen, was den Verlust des Bürgermeistersessels bei der Gemeinderatswahl 2020 zur Folge hatte.

Silvan: „Bahn bedeutet einen Konjunktur-Turbo“

Seitens der Bezirksgenossen wurde es in den letzten Monaten ruhig. Einzig Silvan wird nicht müde, pro Bahn zu trommeln. Er sieht in seiner Presseaussendung genau jetzt den richtigen Zeitpunkt dafür und verweist auf das Klimavolksbegehren. Für den SP-Nationalrat könnten mit dem Bahnausbau der Konjunktur-Turbo gezündet und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Wie der Beantwortung der parlamentarischen Anfrage zu entnehmen ist, steht der Bahnausbau sehr wohl auf der Agenda. Es geht um die Nordbahn, den „Marchegger Ast“ oder auch die Laaer Ostbahn. Das Schweinbarther Kreuz kommt dort aber nicht vor.

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