„Ski ahoi“: Der teure Ausflug auf die Piste. Auch heuer verschlägt es viele Klassen in den Schnee. Doch ist dieser Spaß überhaupt noch finanzierbar?

Von Lisa Unterreiter, Thomas Schindler und Manuel Mattes. Erstellt am 15. Januar 2020 (03:48)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

Gemeinsam mit der winterlichen Landschaft kommt bei vielen Leuten die Lust zum Skifahren. Da bekanntlich Übung den Meister macht, beginnen oft schon die Kleinsten, sich im Zuge eines Schulskikurses mit dem österreichischen Nationalsport auseinanderzusetzen. Dies ist jedoch oft mit hohen Kosten verbunden, die vor allem in den letzten Jahren exorbitant angestiegen sind.

Da es für viele Familien nicht möglich ist, Ausrüstung, Kurse und Skipässe zu finanzieren, stellt sich die Frage, ob Skikurse „aussterben“, oder ob sie auch in Zukunft einen fixen Bestandteil der Schulzeit darstellen.

"Dieser Sport gehört einfach zur österreichischen Kultur"

Manfred Windisch, Schulleiter des Bundesrealgymnasium Groß-Enzersdorf, sieht Schulskikurse nicht als Auslaufmodell. „Ich glaube, dass das Skifahren wieder kommen wird, weil sich der Trend durchsetzt, Hallen zu bauen. Dieser Sport gehört einfach zur österreichischen Kultur“, so Windisch.

Der Schulleiter sieht zwar ein, dass es teuer ist, solche Kurse abzuhalten, allerdings sind sowohl er als auch der Elternverein stets bemüht, Kosten zu senken– sei es durch finanzielle Unterstützung oder durch das Einsparen von Nächten und Gewinnen von Tagen. „Wir bieten auch nur einen Skitag an. Dabei können die Schüler an einem Tag diesen Sport ausprobieren und entscheiden dann, ob sie im Jahr darauf auch wirklich einen ganzen Kurs besuchen wollen“, meint der Schulleiter.

Auch für Christian Hauser, Elternvereins-Obmann der Gänserndorfer HAK/HASCH, sind Schulskikurse „sicher kein Auslaufmodell“. Sie seien weiterhin ein wichtiger Bestandteil der sportlichen Betätigung im Rahmen der Turnausbildung: „Daher sollten Skikurse seitens der Schulbehörden unbedingt beibehalten werden.“ Skifahren werde nachgesagt, immer teurer zu werden: „Im Vergleich zu den Kosten einer Familienskiwoche sind die Preise des Schulskikurses aber meiner Meinung nach erschwinglich.“

HTL Zistersdorf: "Skikurse erfreuen sich großer Beliebtheit."

Der Elternverein gewähre finanziell schlechter gestellten Eltern auf Anfrage einen finanziellen Zuschuss – nach Prüfung der Umstände: „Bei der Skiausrüstung selbst gibt es durch unsere Lehrkräfte eine Hilfestellung und etwaige Beratung.“

Nicht vergessen sollte dabei werden, so Hauser, dass ein Skikurs auch das Gemeinschaftsgefühl und die Klassenkameradschaft fördert: „Da allgemein beklagt wird, dass Jugendliche zu wenig Sport betreiben, sind die Skikurse sicherlich kein schlechter Ansatz, um dem entgegenzuwirken.“

Daniel Kargar, Schulsprecher der HTL Zistersdorf, ist bekennender Skikurs-Fan: „Es gibt bei uns nur sehr wenige, die nicht mitfahren. Skikurse erfreuen sich großer Beliebtheit.“ Auch er betont, dass die Klassengemeinschaft gefördert werde und die gemeinsame Zeit durch nichts zu ersetzen sei.

Umfrage beendet

  • Ist Skifahren in Österreich zu teuer?