Sparstift bei OMV: Ex-Arbeiter klagt an

Ehemaliger OMV-Bediensteter kritisiert, dass Erdölkonzern in Gänserndorf österreichische Mitarbeiter durch rumänische ersetzt.

Thomas Schindler
Thomas Schindler Erstellt am 07. Juli 2015 | 08:37
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Foto: NOEN, Schindler

Massive Kritik übt ein mittlerweile pensionierter OMV-Bediensteter (Name der Redaktion bekannt) an seinem ehemaligen Arbeitgeber: „Im Betrieb der OMV in Gänserndorf werden systematisch Arbeitsplätze von österreichischen Arbeitnehmern, die bei verschiedenen Partnerfirmen arbeiten, vernichtet.“

Als Beispiel nennt der Pensionist die Firma KWD (Koller Workover & Drilling), die seit vielen Jahren für die OMV sogenannte Sondenbehandlungsarbeiten (Reparieren von defekten Öl- und Gasbohrungen) durchführt – und das mit über 40 Angestellten, die aus der näheren Umgebung von Gänserndorf kommen: „Diese Arbeitnehmer zahlen monatlich ihre Steuern und Sozialabgaben. Jetzt muss die Firma aber schließen, die Leute stehen auf der Straße.“

Warum das? „Weil die OMV seit einem Jahr Arbeiter aus Rumänien nach Gänserndorf holt, unter dem Deckmäntelchen eines internen Trainings, und so die KWD-Crew ersetzt.“ Die Rumänen zahlen hier weder Steuern noch Sozialabgaben, weil sie nur einen Vertrag mit sechs Monaten Laufzeit haben, erklärt der Pensionist: „Wenn sie weniger als ein halbes Jahr hier arbeiten, müssen sie ihre Steuern in Rumänien bezahlen.“

„Rumänen werden von Rumänen abgelöst“

Nach den sechs Monaten gehen sie wieder zurück in ihr Heimatland, um nach weiteren sechs Monaten wieder zurückzukehren: „In der Zwischenzeit werden sie durch andere rumänische Arbeiter ersetzt.“ Der Pensionist weiter: „Die OMV in Gänserndorf hatte sich immer die Verbundenheit mit den umliegenden Gemeinden auf ihre Fahnen geheftet.“ Dies sei jetzt offenbar nicht mehr gültig.

Was sagt die OMV zu den Vorwürfen? Unternehmenssprecher Johannes Vetter gegenüber der NÖN: „Fakt ist, dass das schwierige wirtschaftliche Umfeld bei einem Ölpreisverfall von mehr als 110 US-Dollar auf um die 60 US-Dollar ein Unternehmen wie die OMV vor große Herausforderungen stellt.“

Die damit zusammenhängenden Sparmaßnahmen seien einschneidend und betreffen leider auch Lieferanten. In erster Linie sei das Ziel, in einer wirtschaftlich schwierigen Situation OMV-Arbeitsplätze zu sichern und das Know-how, das man im Konzern habe, egal woher die Mitarbeiter kommen, langfristig zu halten: „Man darf nicht vergessen, dass auch internationale OMV-Mitarbeiter (z.B. aus Rumänien, Anm.) zur Wertschöpfung in der Region beitragen.“