Statt U-Bahn-Verlängerung Straßen sanieren?. Ein NÖN-Leser ärgert sich über aktuelle Pläne der Landesregierung und will Geld lieber anderswo investiert sehen. VP-Landtagsabgeordneter Lobner klärt auf.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 12. November 2017 (04:06)
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Ob die U-Bahn irgendwann auch den Bezirk Gänserndorf anfährt? Das Land NÖ prüft derzeit jedenfalls alle Möglichkeiten.Linien/Zinner
Wiener Linien/Zinner

„Mit Schrecken“ hat Josef Wagner aus Ebenthal die Nachricht vernommen, dass das Land NÖ derzeit eine U-Bahn-Verlängerung ins Wiener Umland prüft (die NÖN berichtete). „Ich würde die Landesregierung ersuchen, dass zuerst alle Straßen in NÖ einen gewissen Standard erfüllen, bevor man überhaupt von einer U-Bahn-Verlängerung spricht“, so der Ebenthaler, der als Beispiel die L 11 zwischen seinem Heimatort und Prottes nennt.

„Heuer wurde im dritten Jahr in Folge ein Abschnitt von ungefähr einem Kilometer saniert“, ärgert er sich. Jüngst habe man auf den noch nicht sanierten Abschnitten zudem eine 80-km/h-Beschränkung erlassen. „Wir Pendler haben nicht nur eine äußerst schlechte Straße zur Verfügung, sondern brauchen jetzt auch noch länger zur Arbeit und wieder nach Hause.“

„U-Bahn-Verlängerung hat damit nichts zu tun“

VP-Landtagsabgeordneter René Lobner beruhigt – die L 11 soll zeitnah saniert werden, dies habe er selbst bei einem Lokalaugenschein mit VP-Landesrat Ludwig Schleritzko erwirkt.

Und Lobner differenziert: „Die U-Bahn-Verlängerung hat damit überhaupt nichts zu tun.“ Vergangene Woche habe es einschlägige Gespräche mit dem zuständigen VP-Landesrat Karl Wilfing gegeben. Derzeitiger Stand: „Man möchte den öffentlichen Verkehr nachhaltig ausbauen, deshalb werden Optionen ausgelotet und beleuchtet.“

Im Sinne einer vorausschauenden Verkehrspolitik sei dies notwendig und sinnvoll. „Es braucht langfristige Strategien, die mit Bund, Land und Gemeinden zu erarbeiten sind.“ Ein Schritt in diese Richtung konnte bereits mit der Taktverbesserung der ÖBB gesetzt werden (die NÖN berichtete).